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Biotoppflege in Reutles: seltene Arten entdeckt

Biotoppflege ist einer der Schwerpunkte des BN: 20 Biotope betreuen wir im Stadtgebiet. Deren regelmäßige Pflege dient dazu, selten gewordene Lebensraumtypen zu bewahren. Besonders schön, wenn diese Arbeit dann auch immer wieder sichtbare Erfolge bringt.

Biotoppflege
Biotoppflege
Sesenmähkurs
Moschusbock
Gemeine Binsenjungfer
23.07.2020

Am Samstag, den 11. Juli fand die alljährliche Pflegeaktion auf unserer Streuobstwiese in Reutles statt. Der Tümpel mit angrenzender Wiese ist ein Ersatzbiotop für den Galgensee, der beim Ausbau der B4 nach Erlangen zugeschüttet wurde. Somit bietet die Fläche Lebensraum sowohl für Gewässer- als auch Wiesenbewohner.

Wiese mähen ohne Lärm und Gestank

Beim Sensenmähkurs erklärte Experte Ludwig Wiedenhofer Werkzeug, Schnitttechnik und das wichtige Schärfen (Dengeln). Gemeinsam konnten die Teilnehmer beim Mähen der kleinen Streuobstwiese erste Erfahrungen mit dieser umweltschonenden Mähtechnik sammeln.

Seltene Arten sagen Danke

Die fleißigen Biotoppfleger entdeckten dabei zwei seltene Arten: den Moschusbock (Aromia moschata) und die Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa).

Der Moschusbock lebt in totholzreichen Hartholz- und Weichholzauen, Gärten oder Parks. Da die Larven sich von Weichholz ernähren, leidet die Art unter der Entwässerung und intensiven forstwirtschaftlichen Nutzung von Auwäldern und Erlenbrüchen. Der Moschusbock ist daher gemäß BNatSchG und BArtSchV „besonders geschützt“.

Die Gemeine Binsenjungfer lebt an Stillgewässern und steht aufgrund ihres dramatischen Rückgangs in den letzten Jahren auf der Vorwarnliste (Rote Liste Bayern). Als so genannte Bioindikatoren zeigen Libellen schnell die Qualität und Veränderung von Feuchtlebensräumen. Kaum eine andere Tiergruppe spiegelt daher den Klimawandel so stark wider wie unsere Libellenfauna. Viele Libellenarten sind akut gefährdet. Gerade Kleingewässer, die für diese Tiergruppe besonders wichtig sind, trocknen im Klimawandel zusehends aus. Gräben und kleine Bäche versiegen über längere Zeit. Weiher und Tümpel verschwinden vollkommen. Große Fischteiche und strukturlose Parkgewässer sind dagegen für zahlreiche Libellen ungeeignet. Der BUND Naturschutz betreut daher wichtige Libellenbiotope wie in Reutles, um Lebensräume für diese faszinierenden Flugkünstler zu erhalten.

Übrigens: Eine Übersicht über alle Nürnberger Libellenarten finden Sie hier.