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Faltertag 2010

Am 28.8.2010 fand im Volkspark Marienberg der Faltertag des BN Nürnberg statt.

Feuerfalter

Kohlweißling

Raupe eines Beifußmönchs

Auch zu sehen war der äußerst seltene „Linke Schönbär“ aus der Familie der „Edelmannensis“

28.08.2010

Von Mikroskopen, durch welche die Schmetterlingsflügel betrachtet werden konnten, über die Kinderbastelecke mit bunten Schmetterlingsmasken bis zu den Schmetterlingsführungen mit dem BN-Biologen Wolfgang Dötsch war einiges geboten.

Den bunten Gauklern der Lüfte auf der Spur

Von der großen Welt der Insekten sind Schmetterlinge wohl die beliebtesten Vertreter: Ein Sommer ohne Schmetterlinge wäre nur halb so bunt - und für die meisten von uns kaum vorstellbar. Vor allem unter den Tagfaltern sind viele Arten bedroht - 80% der einheimischen Tagfalterarten stehen auf der roten Liste. Dabei gelten Schmetterlinge als besonders gute Indikatoren für den Zustand der Landschaft und der biologischen Vielfalt. In den meisten Fällen haben wir Menschen jedoch ihre Lebensräume zerstört.

Um darauf aufmerksam zu machen, veranstalteten auch in diesem Jahr BN und BUND die bundesweite Aktion „Abenteuer Faltertage“. Sie wollen auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam machen und Unterstützung für ihren Schutz finden.

Auf einem Rundgang durch das Biotop erzählte Wolfgang Dötsch wissenswerte Besonderheiten über die SandAchse Franken und die vorkommenden Pflanzen sowie den ökologische Zusammenhang mit den Tagfaltern.

Der Volkspark bietet mit seiner Kombination aus vielfältigen Gehölzen, Heideflächen und Feuchtzonen erstaunlich vielen Faltern Lebensraum. Doch durch die häufige Mahd wird vielen Schmetterlingen die Lebensgrundlage genommen, da ihre Futterpflanzen noch vor der Blüte abgemäht werden.

Im BN-Biotop hingegen wuchern Sandgrasnelke, Zitterpappel und Heidenelke aufgrund der Naturbelassenheit besonders üppig. Aus diesem Grund hat dieses geschützte Grundstück im Volkspark Marienberg eine besonders große Bedeutung für die Erhaltung einheimischer Arten.

Auch Nachtfalter kommen hier auf ihre Kosten, etwa die Raupe des Beifußmönchs, welche sehr gut getarnt auf den Blüten des Beifuß lebt.

Mit Keschern konnten die zahlreich im BN-Biotop vorkommenden Schmetterlinge wie das kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) oder der Feuerfalter (Lycaena phlaeas) gefangen, bestimmt, beobachtet  - und natürlich wieder freigelassen werden. Zu den besonderen Fundstücken zählte der bedrohte Kurzschwänzige Bläuling (Cupido argiades).

Gefährdete Schönheiten

Doch Eingriffe wie die geplante Nordspange setzen den Tieren großflächig zu. Das Grundwasser würde während des Baus vermutlich bis in den Volkspark Marienberg abgesenkt. So sind zahlreiche Schmetterlingsarten, die auf alte Bäume und auf Feuchtflächen angewiesen sind, durch den Tunnelbau bedroht. Immerhin sind in Nürnberg 63 Arten von insgesamt 193 heimischen Tagfaltern nachgewiesen. Allerdings gelten im Stadtgebiet nur etwa zwanzig Arten als verbreitet und häufig.

Insgesamt kann der Faltertag in Nürnberg als Erfolg verbucht werden, da dank sonnigen Wetters nicht nur zahlreiche Schmetterlinge, sondern auch viele interessierte Besucher erschienen sind. Aufgrund des abendlichen Regenschauers musste die von den Nürnberger Entomologen geplante Nachtfalterfangaktion leider ausfallen. Doch auch während der Führungen und der Bestimmung der gefangenen Tagfalter haben sie tatkräftig mitgeholfen.