MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Nordanbindung

Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt

Landschaftsschutzgebiet

Laut Umweltverträglichkeitsstudie führt die Nordanbindung zu erheblichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft. Biotope bzw. geschützte Flächen sowie erhebliche Waldflächen des als Bannwald geschützten Reichswalds gehen verloren, das Landschaftsschutzgebiet Kraftshofer Forst wird teilweise zerschnitten. Dadurch kommt es zu einer Isolierung von Pflanzen- und Tierbeständen, die in diesen zu kleinen Lebensräumen unter Umständen nicht mehr lebensfähig sind. Des Weiteren würde die Westspitze des Landschaftsschutzgebiets Ziegellach weggebaggert.

Etwa 30.000 Bäume müssten gefällt werden! Der Flächeneingriff von 38,8 Hektar entspricht 65 Fußballfeldern.

Artenvielfalt

Die Trasse der geplanten Nordanbindung ist Lebensraum des seltenen, nach EU-Recht geschützten Eremiten oder Juchtenkäfers (Osmoderma eremitia). Dieser wurde auf mehreren Bäumen im Planungsgebiet nachgewiesen. Nur sehr alte Eichen können seinen Larven als Lebensraum dienen, da die Jungtiere sich von dem bereits morschen, verpilzten Holz in Eichenstämmen ernähren. Bis jedoch eine langlebige Eiche solche Bedingungen bietet, vergehen oft Jahrhunderte. Der Käfer gilt deshalb als „Leittier” intakter Eichen-Urwälder. Der Eremit steht jedoch nur stellvertretend für zahlreiche – zum Teil seltene – Arten wie Spechte, Fledermäuse oder Amphibien, deren Lebensraum durch die geplante Autobahnanbindung bedroht ist.

Grundwasserabsenkung

Auch Bäume, die nicht unmittelbar auf der geplanten Trasse stehen, sind gefährdet. Für den Bau des Tunnels unter dem Flugfeld muss das Grundwasser während der Bauzeit weiträumig um 22 Meter abgesenkt werden. Schon beim Bau der U-Bahn zum Flughafen machte sich diese Problematik bemerkbar. So leiden Bäume in der Ziegellach bereits jetzt unter Trockenheit. Im Zusammenspiel mit immer trockeneren Sommern wird sich dieses Problem noch verstärken. Viele Tier- und Pflanzenarten, die sich an den feuchten Untergrund angepasst haben, würden die Grundwasserabsenkung nicht überleben.