FÖJ-Abschlussbericht von Cosima Porsche

Ich erinnere mich noch gut an den ersten Arbeitstag, am 1. September, vor etwa einem Jahr. Da ich frisch aus Rottweil nach Nürnberg gezogen war, kannte ich mich noch nicht gut aus und plante viel Zeit für meinen Arbeitsweg ein. Im Büro angekommen wurde ich sofort herzlich empfangen und fühlte mich dazugehörig. Ingrid führte mich und Sophie (die zweite FÖJlerin) erstmal durch das ganze Büro, den Hof, die Kellerräume und auf den Dachboden. Und ich muss ehrlich sagen, ich hoffte, dass ich nicht allzu oft auf den Dachboden geschickt werden würde … so viele Treppen!

Gleich in meiner ersten Woche kamen die Werber nach Nürnberg und ich durfte an dem leckeren Frühstück teilnehmen und dabei einiges über die aktuellen Umweltschutzthemen rund um und in Nürnberg erfahren.
Besonders gefreut habe ich mich auf die Arbeit mit den Kindergruppen. Und schon an meinem fünften Arbeitstag durfte ich Heide beim Ferienprogramm begleiten. Das Thema war „Märchenwald“ und wir stiefelten durch den magischen Wald beim Tiergarten auf der Suche nach Feen und Kobolden.

Anfang September fand auch das Hofgärtchenfest statt. Ich habe den ganzen Tag mitgeholfen, von Aufbau bis Abbau. Besonders gut erinnere ich mich noch an das Wetter, denn es hat ohne Pause durchgeregnet und am Abend war dann endgültig alles nass und kalt. Trotz des wirklich nicht so tollen Wetters war das Fest gelungen und eine große Freude. Am Ende des Tages waren sogar noch Pflanzen übrig, die als Preise dienten, und ich bekam noch eine Rosmarinpflanze geschenkt. Das hat mich so sehr gefreut, dass die nassen Klamotten für einen Moment wieder vergessen waren.

Es folgte der Herbst und damit auch die Biotoppflege. Bei grauem Regenwetter half ich mit, das Biotop im Marienbergpark zu pflegen. Wir schnitten Gehölz zurück, um der seltenen Knoblauchkröte beste Bedingungen zum Leben zu schaffen. Vom Wetter lassen sich die BN-Aktiven nicht abschrecken, wie ich im Laufe des Jahres immer wieder feststellen konnte. Neben dem Arbeiten konnte ich viel über das Biotop und die dort lebende Knoblauchkröte erfahren.

Es folgte der Umweltaktionstag der Religionen, bei dem über 80 Personen teilnahmen. Gemeinsam wurde eine Fläche mit Sensen und Rechen gepflegt und anschließend konnte man bei leckerem Essen beisammensitzen und sich austauschen. Ich war beeindruckt von der Zusammenarbeit und dem großen Engagement der Leute.

Abgesehen von diesen zwei Aktionen gab es noch einige weitere Biotoppflegeaktionen. Das Zusammenarbeiten mit anderen Aktiven und ehrenamtlichen Helfern hat mir immer besonders viel Spaß gemacht. Schön waren natürlich auch immer die Pausen, bei denen grundsätzlich für eine leckere Brotzeit gesorgt wurde. Am Ende der Pflegeaktion konnte man dann die getane Arbeit sehen und wohlverdient die Füße hochlegen.

Immer freitags von 16 bis 18 Uhr habe ich im Heilkräutergarten am Hallertor mitgeholfen: gießen, Unkraut jäten, Pflanzen zurückschneiden, neue Pflanzen einpflanzen … irgendwas war immer zu tun. Die ehrenamtlichen Helfer/innen, die sich immer wöchentlich treffen, habe ich schnell ins Herz geschlossen und die Nachmittage in dem schönen Garten genossen. Eine Pause mit Tee und manchmal sogar selbstgebackenen Leckereien gehörte immer dazu.

Im Winter gab es draußen nicht viel zu tun und wir verbrachten unsere Tage mit Büroarbeiten: E-Mails beantworten, Anrufe entgegennehmen, kopieren, faxen, scannen … alles, was dazugehört. Außerdem begannen die Vorbereitungen für die Haus- und Straßensammlung (HUS), mit der ich mich aber nicht so intensiv befasste wie mit anderen Arbeitsbereichen.

Regelmäßig konnte ich bei den Kindergruppen mitgehen. Ein- bis zweimal die Woche begleitete ich eine der Umweltpädagoginnen in den Gruppenstunden. Besonders Spaß machte mir die Kindergruppe „Pegnitzluchse“, die Anfang 2017 neu gegründet wurde. Da ich von Anfang an dabei war, hatte ich auch einen besonders guten Draht zu den Kindern und konnte mich gut einbringen. Meine Lieblingsgruppenstunde war an einem heißen Freitag, als wir uns gerüstet mit Becherlupen zum Bach aufmachten und dann alle durch den Schlamm stapften und uns gegenseitig mit Schlamm einrieben. Wir wurden alle zu richtigen Dreckmonstern und hatten einen riesigen Spaß! Cool war auch die „Hundehaufen-Aktion“, bei der wir mit den Kindern bunte Papierfähnchen bastelten und dann in jeden Hundehaufen auf der Wiese ein Fähnchen setzten. Wir luden auch die Presse ein, da wir mit der Aktion auf das Hundehaufen-Problem im Pegnitztal aufmerksam machen wollten. Denn in jeder Gruppenstunde mussten wir uns erneut ärgern, wenn überall alles voller Hundekot war.

Aber auch alle anderen Kindergruppen machten mir sehr viel Spaß und ich konnte viele liebe Kinder kennenlernen und auch immer mal wieder eines meiner Spiele einbringen, die ich in meiner Zeit als Jugendleiterin gelernt habe.

Besonders verausgaben konnte ich mich bei der Umsetzung der Tafeln für den Walderlebnispfad in Zabo am PC. Wenn ich jetzt über den fertigen Pfad laufe und bei manchen Tafeln sagen kann „das war ich“, dann bin ich da schon ein klitzekleines bisschen stolz.

Leider war ich in dem Jahr viel krank, was ich mir natürlich nicht so erhofft hatte. Dank dem lieben Büro-Team konnte ich mich aber gut auskurieren und musste auch nie ein schlechtes Gewissen haben, da alle total verständnisvoll zu mir waren. Das tat sehr gut, danke dafür.

Ein besonderes Highlight waren für mich auch die fünf Seminare, die jeweils eine Woche lang mit anderen FÖJler/innen aus ganz Bayern in Gruppenhäusern stattfanden. Dort hatte man die Möglichkeit, sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen und viel über Umweltthemen zu lernen. Auch das gemeinsame Kochen und die vielen Spiele machten mir sehr viel Spaß.

Ich bin dankbar für das ganze Jahr und kann es jedem nur empfehlen, so ein ökologisches Jahr zu machen! Danke an meine Einsatzstelle und alle Menschen dort, die mir ein so vielseitiges Jahr ermöglicht haben. Ohne so nette, offene und herzliche Menschen hätte es sicher nicht so viel Spaß gemacht.

Bis bald,
Cosima Porsche

Cosima Porsche
Cosima bei der Biotoppflege
Biotoppflege im Marienbergpark
Dreckmonster
Hundehaufensuche
Baumpflanzung
Schutz eines Baums vor dem Biber

FÖJ-Abschlussbericht von Irina Khlieb

Hallo! Ich bin Irina Khlieb. Ich komme aus der Ukraine. Vor einem Jahr habe ich mich entschieden, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen, da ich mich immer für Umweltschutz interessierte und es in der Ukraine ein solches Programm nicht gibt. Die Möglichkeit, sich im Bereich Ökologie zu probieren, fand ich gut, weil das eine gute Sache ist, in den Naturschutz hineinzuschnuppern.

Warum habe ich den BUND Naturschutz gewählt? Die Antwort ist klar: Hier konnte ich meine Idee, der Umwelt eine kleine Hilfe zu leisten, in die Tat umsetzen, was ich in meinen ersten Wochen einigermaßen getan habe.

Nachdem die ersten Sprachbarrieren überwunden waren, kam natürlich gleich das, was zu einem FÖJ wohl einfach dazugehört – die Biotoppflegeaktionen. Trotz Regen wurde eine Sanddüne ordentlich gepflegt. Auch pflegten wir eine Sandmagerrasen-Heidefläche, wo wir die entsprechenden Bedingungen geschaffen haben, dass eine seltene, vom Aussterben bedrohte Vogelart – die Heidelerche – dort einen Lebensraum findet.

Danach half ich beim Erntedankfest im Hofgärtchen vom BUND Naturschutz, was auch eine Gelegenheit für mich war, das Urban-Gardening-Konzept kennenzulernen und von innen zu sehen. Die Idee, einen Hinterhof mithilfe von Palettenbeeten in eine blühende Oase zu verwandeln, fand ich toll.

Außerdem führte ich naturkundliche Führungen auf Russisch am Dutzendteich und im BN-Heilkräutergarten durch und im Juli hielt ich einen Vortrag auf Deutsch über das Schutzgebiet in der Ukraine „Askania Nova“, was für mich eine ganz tolle Erfahrung war.

Die meisten Aufgaben hatte ich im Büro, z.B. das Verfassen des wöchentlichen Newsletters des BN oder die Organisation der Haus- und Straßensammlung (HuS). Aber die gute Abwechslung vom Büroalltag war die Betreuung der Kindergruppen. Ich konnte einmal oder zweimal pro Woche mit den Kindern in die Natur gehen. Wir haben auch Ausflüge unternommen, z.B. zur Umweltstation vom LBV und zum Rothsee, oder ein Wochenende haben wir im Heuhotel verbracht. Da mir die Kindergruppen unglaublich viel Spaß machten, habe ich auch an der Ausbildung des JBN zur Kindergruppenleiterin teilgenommen.

Im Laufe des FÖJ fanden fünf Seminare statt. In diesen wurden viele unterschiedliche Aspekte zu ökologischen Themen angeboten, sie boten aber auch Gelegenheit, mit FÖJlern aus anderen Einsatzstellen ins Gespräch zu kommen.

Und schneller als man denkt war das Jahr auch schon wieder vorbei. Am Ende meines FÖJ kann ich nur sagen, dass es eine unheimliche Bereicherung und gute Erfahrung für mich war und ich nur jedem ein FÖJ empfehlen kann.