MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

FÖJ-Abschlussbericht von Jennifer Tuchscherer (2018/19)

Gleich in meiner ersten Woche dufte ich Heide Werner zu einer Biberführung aus unserem umweltpädagogischen Programm „Sehnsucht Wildnis“ begleiten. Die Schulkinder suchten an der Wöhrder Wiese nach Spuren des Bibers und lernten spielerisch die typische Nahrung des Tiers kennen. Gefreut hat es mich, dass ich ebenfalls in meiner letzten Woche eine Führung von Heide mit dem Thema „Mauersegler“ begleiten durfte.

Ende September stand auch schon das Hofgärtchenfest an. Susi (BFD) und ich waren den ganzen Tag dabei, Glück hatten wir mit dem Wetter: wunderschöner Sonnenschein. Betreut habe ich den BN-Infostand und konnte so viele Aktive des BUND Naturschutz kennenlernen. Ein kleines Highlight war unser Sockenpuppentheater! Im Voraus bastelten wir aus Socken und Filz kleine Puppen und verpassten ihnen lustige Gesichter – ich hatte viel Spaß dabei und die Aufführung war ebenfalls sehr amüsant.

Viel Freude hatte ich bei der Betreuung der Kindergruppen, welche zugleich auch ein schöner Ausgleich zum Büroalltag waren. Besonders in Erinnerung habe ich die vielen spaßigen Aktionen und natürlich die Mahlzeiten mit den „Pegnitzluchsen“. Gemeinsam bereiteten wir mit Zutaten direkt aus der Natur Brennnesselchips zu, die begeistert geknabbert wurden. An einem kalten Wintertag haben wir auch einmal Pfannkuchen im Freien gemacht. Natürlich gab es nicht nur Essen; im Marienberg konnten wir im Frühjahr mit Becherlupen viele Kaulquappen entdecken und ein wenig später auch kleine Kröten sowie ausgewachsene Tiere mit ihrem Gesang und aufgeblasenen Backen. Lustig waren im Winter auch das Schlittenfahren sowie unsere Schneeballschlachten, und auch das Keschern im Sommer bereitete den Kindern und mir viel Freude. Im Rahmen der Kindergruppenarbeit hatte ich die Gelegenheit, an der Jugendprojektleiter-Ausbildung der JBN teilzunehmen, bei welcher ich u.a. pädagogische Grundlagen und viele neue Spiele kennenlernte.

Gegen Ende des Jahres war es wieder Zeit für eine neue Ausgabe des Mauerseglers. Ich habe bei der Organisation und Verteilung der Zeitschrift geholfen sowie auch selbst einen Artikel geschrieben: „Artenkurs Pilze im Reichswald“ – dieses Seminar war übrigens klasse und ich habe einiges dazugelernt!

In den kühleren Monaten stand vor allem Büroarbeit an: Telefonate, Post bearbeiten, Mails schreiben, Öffentlichkeitsarbeit und Betreuung des Ökoladens. Vor Weihnachten durfte eines auf jeden Fall nicht fehlen: ganz viele Plätzchen, die Susi und ich mit Begeisterung gebacken haben.

Im Januar gab es ungewöhnlich viel zu tun, denn das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ stand nun im Mittelpunkt. Zuständig waren wir in erster Linie dafür, die Leute gut zu informieren und ihre Fragen zu klären. Passend dazu haben meine Kolleginnen und ich unser Projekt „Insektenhotel“ gestartet. Nach der Planung, dem Einkauf und viel Arbeit konnte das Hotel Ende Juni auf dem neuen BN-Biotop in Kornburg eingeweiht werden – ich muss zugeben, dass es mich schon ein bisschen stolz macht, wenn ich daran vorbeilaufe und sagen kann: Das habe ich gebaut!

Auch nach Berlin bin ich dieses Jahr gekommen. Susi, Nadja (Praktikantin) und ich waren gemeinsam auf der „Wir haben es satt“-Demo. Zusammen mit vielen weiteren Aktiven der BUND-Jugend haben wir dort – natürlich in Insektenkostümen – demonstriert und auch ein kleines Schauspiel unter dem Motto „Bienen, Blumen, Vögelein, ohne Vielfalt gehen wir ein“ aufgeführt. Auch bei den „fridays for future“-Demos in Nürnberg war ich so oft wie möglich dabei.

Eines durfte auf keinen Fall fehlen: die Biotoppflege! Nach der getanen Arbeit war es toll zu sehen, was man gemeinsam geschafft hat. Die Freude, aktiv etwas für unsere Natur getan zu haben, war ebenfalls sehr groß. In meinem letzten Monat beispielsweise habe ich mit fünf weiteren motivierten Helfern die BN-Biotopflächen in Kornburg von Greiskräutern befreit, damit dort Schafe weiden können, welche wir auch besuchten und freudig empfangen wurden.

Unsere größte Veranstaltung des Jahres ist das Reichswaldfest im Juli. Hier haben wir bei der Organisation und vor Ort, beim Auf- und Abbau geholfen. Mit Susi durfte ich an beiden Tagen leckeren Bio-Kuchen verkaufen, was mir super viel Spaß gemacht hat. Das eine oder andere Stück ist dabei in meinem Bauch gelandet ...

Ein besonderes Highlight waren unsere FÖJ-Seminare. Fünf Mal haben wir uns an den schönsten Orten Bayerns getroffen und dort viel über Natur- und Umweltthemen sowie alternative Lebensstile gelernt. Zudem waren wir meist draußen für vielseitige Workshops oder tolle Wanderungen. Am schönsten empfand ich es, mit so vielen Menschen zusammen zu sein, die sich für die gleichen Themen interessieren wie man selbst. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und viele neue Tipps mitzunehmen. Außerdem hatten wir wirklich tolle Diskussionen!

Ein riesiges Dankeschön geht an meine lieben Kolleginnen und Kollegen, durch die ich ein wunderschönes Jahr erleben und viele tolle Erfahrungen sammeln durfte – vielen Dank!

Liebe Grüße
Jenni

Greiskräuter und Schafe in Kornburg
Sockenpuppe am Hofgärtchenfest
Insektenhotel in Kornburg
Pfannkuchen backen
Plätzchen
„Wir haben es satt“-Demo

FÖJ-Abschlussbericht von Cosima Porsche (2016/17)

Ich erinnere mich noch gut an den ersten Arbeitstag, am 1. September, vor etwa einem Jahr. Da ich frisch aus Rottweil nach Nürnberg gezogen war, kannte ich mich noch nicht gut aus und plante viel Zeit für meinen Arbeitsweg ein. Im Büro angekommen wurde ich sofort herzlich empfangen und fühlte mich dazugehörig. Ingrid führte mich und Sophie (die zweite FÖJlerin) erstmal durch das ganze Büro, den Hof, die Kellerräume und auf den Dachboden. Und ich muss ehrlich sagen, ich hoffte, dass ich nicht allzu oft auf den Dachboden geschickt werden würde … so viele Treppen!

Gleich in meiner ersten Woche kamen die Werber nach Nürnberg und ich durfte an dem leckeren Frühstück teilnehmen und dabei einiges über die aktuellen Umweltschutzthemen rund um und in Nürnberg erfahren.
Besonders gefreut habe ich mich auf die Arbeit mit den Kindergruppen. Und schon an meinem fünften Arbeitstag durfte ich Heide beim Ferienprogramm begleiten. Das Thema war „Märchenwald“ und wir stiefelten durch den magischen Wald beim Tiergarten auf der Suche nach Feen und Kobolden.

Anfang September fand auch das Hofgärtchenfest statt. Ich habe den ganzen Tag mitgeholfen, von Aufbau bis Abbau. Besonders gut erinnere ich mich noch an das Wetter, denn es hat ohne Pause durchgeregnet und am Abend war dann endgültig alles nass und kalt. Trotz des wirklich nicht so tollen Wetters war das Fest gelungen und eine große Freude. Am Ende des Tages waren sogar noch Pflanzen übrig, die als Preise dienten, und ich bekam noch eine Rosmarinpflanze geschenkt. Das hat mich so sehr gefreut, dass die nassen Klamotten für einen Moment wieder vergessen waren.

Es folgte der Herbst und damit auch die Biotoppflege. Bei grauem Regenwetter half ich mit, das Biotop im Marienbergpark zu pflegen. Wir schnitten Gehölz zurück, um der seltenen Knoblauchkröte beste Bedingungen zum Leben zu schaffen. Vom Wetter lassen sich die BN-Aktiven nicht abschrecken, wie ich im Laufe des Jahres immer wieder feststellen konnte. Neben dem Arbeiten konnte ich viel über das Biotop und die dort lebende Knoblauchkröte erfahren.

Es folgte der Umweltaktionstag der Religionen, bei dem über 80 Personen teilnahmen. Gemeinsam wurde eine Fläche mit Sensen und Rechen gepflegt und anschließend konnte man bei leckerem Essen beisammensitzen und sich austauschen. Ich war beeindruckt von der Zusammenarbeit und dem großen Engagement der Leute.

Abgesehen von diesen zwei Aktionen gab es noch einige weitere Biotoppflegeaktionen. Das Zusammenarbeiten mit anderen Aktiven und ehrenamtlichen Helfern hat mir immer besonders viel Spaß gemacht. Schön waren natürlich auch immer die Pausen, bei denen grundsätzlich für eine leckere Brotzeit gesorgt wurde. Am Ende der Pflegeaktion konnte man dann die getane Arbeit sehen und wohlverdient die Füße hochlegen.

Immer freitags von 16 bis 18 Uhr habe ich im Heilkräutergarten am Hallertor mitgeholfen: gießen, Unkraut jäten, Pflanzen zurückschneiden, neue Pflanzen einpflanzen … irgendwas war immer zu tun. Die ehrenamtlichen Helfer/innen, die sich immer wöchentlich treffen, habe ich schnell ins Herz geschlossen und die Nachmittage in dem schönen Garten genossen. Eine Pause mit Tee und manchmal sogar selbstgebackenen Leckereien gehörte immer dazu.

Im Winter gab es draußen nicht viel zu tun und wir verbrachten unsere Tage mit Büroarbeiten: E-Mails beantworten, Anrufe entgegennehmen, kopieren, faxen, scannen … alles, was dazugehört. Außerdem begannen die Vorbereitungen für die Haus- und Straßensammlung (HUS), mit der ich mich aber nicht so intensiv befasste wie mit anderen Arbeitsbereichen.

Regelmäßig konnte ich bei den Kindergruppen mitgehen. Ein- bis zweimal die Woche begleitete ich eine der Umweltpädagoginnen in den Gruppenstunden. Besonders Spaß machte mir die Kindergruppe „Pegnitzluchse“, die Anfang 2017 neu gegründet wurde. Da ich von Anfang an dabei war, hatte ich auch einen besonders guten Draht zu den Kindern und konnte mich gut einbringen. Meine Lieblingsgruppenstunde war an einem heißen Freitag, als wir uns gerüstet mit Becherlupen zum Bach aufmachten und dann alle durch den Schlamm stapften und uns gegenseitig mit Schlamm einrieben. Wir wurden alle zu richtigen Dreckmonstern und hatten einen riesigen Spaß! Cool war auch die „Hundehaufen-Aktion“, bei der wir mit den Kindern bunte Papierfähnchen bastelten und dann in jeden Hundehaufen auf der Wiese ein Fähnchen setzten. Wir luden auch die Presse ein, da wir mit der Aktion auf das Hundehaufen-Problem im Pegnitztal aufmerksam machen wollten. Denn in jeder Gruppenstunde mussten wir uns erneut ärgern, wenn überall alles voller Hundekot war.

Aber auch alle anderen Kindergruppen machten mir sehr viel Spaß und ich konnte viele liebe Kinder kennenlernen und auch immer mal wieder eines meiner Spiele einbringen, die ich in meiner Zeit als Jugendleiterin gelernt habe.

Besonders verausgaben konnte ich mich bei der Umsetzung der Tafeln für den Walderlebnispfad in Zabo am PC. Wenn ich jetzt über den fertigen Pfad laufe und bei manchen Tafeln sagen kann „das war ich“, dann bin ich da schon ein klitzekleines bisschen stolz.

Leider war ich in dem Jahr viel krank, was ich mir natürlich nicht so erhofft hatte. Dank dem lieben Büro-Team konnte ich mich aber gut auskurieren und musste auch nie ein schlechtes Gewissen haben, da alle total verständnisvoll zu mir waren. Das tat sehr gut, danke dafür.

Ein besonderes Highlight waren für mich auch die fünf Seminare, die jeweils eine Woche lang mit anderen FÖJler/innen aus ganz Bayern in Gruppenhäusern stattfanden. Dort hatte man die Möglichkeit, sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen und viel über Umweltthemen zu lernen. Auch das gemeinsame Kochen und die vielen Spiele machten mir sehr viel Spaß.

Ich bin dankbar für das ganze Jahr und kann es jedem nur empfehlen, so ein ökologisches Jahr zu machen! Danke an meine Einsatzstelle und alle Menschen dort, die mir ein so vielseitiges Jahr ermöglicht haben. Ohne so nette, offene und herzliche Menschen hätte es sicher nicht so viel Spaß gemacht.

Bis bald,
Cosima Porsche

Cosima Porsche
Cosima bei der Biotoppflege
Biotoppflege im Marienbergpark
Dreckmonster
Hundehaufensuche
Baumpflanzung
Schutz eines Baums vor dem Biber

FÖJ-Abschlussbericht von Irina Khlieb (2015/16)

Hallo! Ich bin Irina Khlieb. Ich komme aus der Ukraine. Vor einem Jahr habe ich mich entschieden, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen, da ich mich immer für Umweltschutz interessierte und es in der Ukraine ein solches Programm nicht gibt. Die Möglichkeit, sich im Bereich Ökologie zu probieren, fand ich gut, weil das eine gute Sache ist, in den Naturschutz hineinzuschnuppern.

Warum habe ich den BUND Naturschutz gewählt? Die Antwort ist klar: Hier konnte ich meine Idee, der Umwelt eine kleine Hilfe zu leisten, in die Tat umsetzen, was ich in meinen ersten Wochen einigermaßen getan habe.

Nachdem die ersten Sprachbarrieren überwunden waren, kam natürlich gleich das, was zu einem FÖJ wohl einfach dazugehört – die Biotoppflegeaktionen. Trotz Regen wurde eine Sanddüne ordentlich gepflegt. Auch pflegten wir eine Sandmagerrasen-Heidefläche, wo wir die entsprechenden Bedingungen geschaffen haben, dass eine seltene, vom Aussterben bedrohte Vogelart – die Heidelerche – dort einen Lebensraum findet.

Danach half ich beim Erntedankfest im Hofgärtchen vom BUND Naturschutz, was auch eine Gelegenheit für mich war, das Urban-Gardening-Konzept kennenzulernen und von innen zu sehen. Die Idee, einen Hinterhof mithilfe von Palettenbeeten in eine blühende Oase zu verwandeln, fand ich toll.

Außerdem führte ich naturkundliche Führungen auf Russisch am Dutzendteich und im BN-Heilkräutergarten durch und im Juli hielt ich einen Vortrag auf Deutsch über das Schutzgebiet in der Ukraine „Askania Nova“, was für mich eine ganz tolle Erfahrung war.

Die meisten Aufgaben hatte ich im Büro, z.B. das Verfassen des wöchentlichen Newsletters des BN oder die Organisation der Haus- und Straßensammlung (HuS). Aber die gute Abwechslung vom Büroalltag war die Betreuung der Kindergruppen. Ich konnte einmal oder zweimal pro Woche mit den Kindern in die Natur gehen. Wir haben auch Ausflüge unternommen, z.B. zur Umweltstation vom LBV und zum Rothsee, oder ein Wochenende haben wir im Heuhotel verbracht. Da mir die Kindergruppen unglaublich viel Spaß machten, habe ich auch an der Ausbildung des JBN zur Kindergruppenleiterin teilgenommen.

Im Laufe des FÖJ fanden fünf Seminare statt. In diesen wurden viele unterschiedliche Aspekte zu ökologischen Themen angeboten, sie boten aber auch Gelegenheit, mit FÖJlern aus anderen Einsatzstellen ins Gespräch zu kommen.

Und schneller als man denkt war das Jahr auch schon wieder vorbei. Am Ende meines FÖJ kann ich nur sagen, dass es eine unheimliche Bereicherung und gute Erfahrung für mich war und ich nur jedem ein FÖJ empfehlen kann.