Wildkatzenmonitoring

Die Wildkatze ist wieder da! 2014 wurde sie auch im Sebalder Reichswald nachgewiesen. Kinder und Jugendliche der Marienbergforscher und Spechte-Gruppe des BUND Naturschutz Nürnberg wollten nun wissen, ob sie hier nur auf der Durchreise war oder ob sich Wildkatzen im Reichswald wieder dauerhaft niedergelassen haben. Zu diesem Zweck wurden im Januar 2015 im Reichswald Lockstöcke aufgestellt und mit Baldrian besprüht. Einmal in der Woche waren Kinder, Jugendliche und Betreuer dann unterwegs, um die Stöcke nach Haaren abzusuchen. Wir haben viele gefunden! Noch wissen wir allerdings nicht, ob diese Haare von Wildkatzen, Hauskatzen oder auch nur Hunden oder Wildschweinen stammen. Die Laboranalysen werden voraussichtlich Ende September vorliegen.

Die Stöcke werden im Wald, mindestens 200 Meter von großen Straßen entfernt und abseits von stark begangenen Wald- und Forstwegen, in den Boden geklopft. Die Stöcke sollten einen Abstand von ca. 100 Metern zueinander haben.

Nach dem Einklopfen werden die Stöcke abgeflämmt, damit sämtliches etwa daran hängendes Genmaterial – Haare, Federn, Fusseln etc. – verbrennt und beim Absuchen nicht versehentlich mit eingesammelt wird. Auf diese Weise werden kostspielige Laboruntersuchungen von Menschen- oder Hundehaaren vermieden, die z.B. während des Transports der Stöcke daran hängengeblieben sind. Anschließend werden die Stöcke mit einer Drahtbürste oder einem Messer aufgeraut, damit sich Haare leichter daran verfangen, wenn sich die Wildkatzen daran reiben.

Zum Abschluss werden die Stöcke mit Baldrian besprüht. (Wild-)Katzen lieben Baldrian und sie folgen dem Geruch über weite Strecken. Der Baldrianstock wird dann umarmt und die Katze reibt sich wie im Rausch daran.

Im Wochenrhythmus werden die Stöcke zwölf Wochen lang auf- und nach Haaren abgesucht. Manche Härchen sind winzig klein und fusselig, sodass man eine Lupe braucht, um sie zu sehen, und eine Pinzette, um sie sicher abzunehmen und in den Probenbehälter zu befördern. Der Probenbehälter wird anschließend verschlossen und korrekt mit Fundstelle und Tag sowie eventuellen weiteren Besonderheiten beschriftet.

Der Kinderkanal von ARD und ZDF wurde auf unser Projekt aufmerksam und begleitete drei der Jugendlichen mit Filmteam zu einem Lockstockbesuch. Im Rahmen der Sendereihe „Erde an Zukunft“ wurde dieser Besuch am 16.05.2015 ausgestrahlt.
Folgender Link http://www.kika.de/erde-an-zukunft/sendungen/sendung83852.html führt zur Sendung unter der Rubrik „Artenschutz für ökologische Vielfalt“.