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Kilianstraße - Bäume contra Bebauung

Große Rodung in Großreuth. Das neue Baugebiet an der Kilianstraße ist aus Sicht des BUND Naturschutz ein Negativbespiel in Sachen Baumschutz, Energieeffizienz und Verkehr.

Der BUND Naturschutz Nürnberg hat zum neuen Bebauungsplan Nr. 4551 Großreuth-West umfangreich Stellung bezogen. Das Wohn- und Gewerbegebiet beim Gelände der ehemaligen Reichweinschule soll erweitert werden. Der Nürnberger BUND Naturschutz sieht darin zwar grundsätzlich eine sinnvolle Wiederverwendung bereits genutzter Fläche, äußert aber massive Kritik an einzelnen Punkten der Planung, nämlich Baumschutz, Energiekonzept und Verkehr. Details können Sie der beiliegenden Stellungnahme des BUND Naturschutz Nürnberg entnehmen.

Tabula rasa statt grüner Dorfplatz

Vor allem ist zu kritisieren, dass die Planung auf die vorhandenen besonders wertvollen Bäume keine Rücksicht nimmt, sondern von einer fast kahlgeschlagenen Fläche im zukünftigen Wohngebiet ausgeht. Nur drei der mindestens 13 großen Bäume sollen erhalten bleiben (falls sie die Bauarbeiten überleben). Und das, obwohl in der Planung so schöne Zielvorgaben wie „grüner Ortsrand”, „Baum unterstützt den Dorfplatzcharakter” oder „erhaltenswerter Baumbestand wird integriert” aufgestellt werden. Dabei wirkt das Gebiet mit dem vielfältigen und mächtigen Baumbestand aus Ahorn, Trauerweide und Walnuss schon jetzt wie ein Park.

Nürnberg hat sich zum Ziel gesetzt, die Stadt an den absehbaren Klimawandel anzupassen und spricht dabei dem städtischen Grün, besonders den Bäumen, einen hohen Wert zu. Wenn es aber an die konkrete Planung geht, ist davon wie im vorliegenden Plan bedauerlicherweise nicht mehr viel zu erkennen.

Baumschutz ist Nebensache

Der Umweltbericht ist aus Sicht des BUND Naturschutz mangelhaft: Beispielweise enthalten die Pläne „Bestandsaufnahme” und „Bestandsbewertung” die meisten Bäume schon mal gar nicht. Die Baumschutzverordnung wird gar nicht erst erwähnt. Obwohl das Gutachten im Textteil der Fläche mit den Bäumen einen „mittleren bis hohen Wert” zugesteht, wird die Auswirkung der Fällungen als „nicht erheblich” bezeichnet.  Nach Meinung des BUND Naturschutz sind die meisten älteren Bäume jedoch problemlos in die Planung integrierbar. „Hier hat die Stadt Nürnberg der Firma Schultheiß eindeutig zu große Zugeständnisse gemacht“, kritisiert Heinz Schaarschmidt von der BN-Ortsgruppe Nord-Ost-Stadt.

Im Verkehrsbereich schlägt der BN Nürnberg vor, den Durchgangsverkehr des Gewerbegebiets nicht in die Wohngebiete zu führen. Bei der Energie mahnt er eine stärkere Nutzung der Solarwärme an, um die Verschwendung von Erdgas im Sommer zu verhindern.

gez. Wolfgang Dötsch
Geschäftsführer      

gez. Heinz Schaarschmidt
Sprecher BUND Naturschutz Ortsgruppe Nord-Ost-Stadt