MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Pressemitteilung 28/2003

Kein Asphalt im Wald!

Bund Naturschutz protestiert gegen die Erweiterung des Asphaltmischwerks und plädiert für eine Verlegung des Standortes

Drastisch zunehmende Vernichtung von Reichswald

Neue Waldzerstörung droht in Langwasser. Nach den Flächen für das Messeparkhaus, für die Feuerwache 5 und für das Postfrachtzentrum, ist ein ca. 2 ha großes Waldstück im Landschaftsschutzgebiet Nr. 13 betroffen. Zusätzlich soll noch eine, bisher nicht näher bezifferte Waldfläche für eine Anbindung zur Gleiwitzer Straße im Süden vernichtet werden. Da es sich gerade um siedlungsnahe Wälder mit erheblicher Bedeutung für Luftreinhaltung und Erholung handelt ist der Kahlschlag besonders negativ. Hier sieht der Bund Naturschutz OB Maly gefordert, der die bessere Erreichbarkeit von Grünflächen versprochen hatte.

Freie Bahn für Kreuzkröte und Ameisenlöwe!

Direkt an der Bahnlinie gelegen, erfüllt dieses Waldstück mit einem Tümpel und dem ausgeprägten Unterholz eine wichtige Funktion im Biotopverbund. Auf der anderen Seite der Bahnlinie hat der Bund Naturschutz seit 1997 eine Biotopfläche gepachtet und sieht daher seine Arbeit gefährdet. Kreuzkröte, Kreuzotter, Sandlaufkäfer, Ameisenlöwe, Feuerfalter, Große Goldschrecke, Blauflügelige Ödlandschrecke und Glänzende Binsenjungfer (Libelle) sind nach dem Arten- und Biotopschutzprogramm typische und bedrohte Tiere in den Biotopen um das Gleisdreieck. Sie sind auf eine unverbaute und abwechslungsreiche Landschaft angewiesen.

Asphalt kontra Mensch und Natur

Die geplante Erweiterung des Asphaltwerkes gehört nach Auffassung des Bund Naturschutzes in ein bereits bestehendes Gewerbegebiet, und nicht in eine so sensible Nachbarschaft, wie Klinikum Süd und Blindenanstalt. Hier sind genauso Menschen betroffen, wie am ursprünglichen Standort in Altenfurt. Da Behinderte und Kranke eine besonders schlechte Lobby haben, ist die Erweiterung an dieser Stelle nach Ansicht des BN nicht nur besonders umweltfeindlich sondern auch unsozial.

Für die Erweiterung des Mischwerks müsste nicht nur das Landschaftsschutzgebiet aufgelöst, sondern auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Im Nürnberger Naturschutzbeirat wurde die Auflösung des Schutzgebiets im September aber klar abgelehnt. Der Bund Naturschutz ruft den neuen Umweltreferenten, Dr. Klemens Gsell (CSU) auf, seine Amtszeit nicht mit der Vernichtung eines Landschaftsschutzgebiets zu starten. Alternative Standorte sind bisher viel zu wenig geprüft. Die Abholzung von Wald als billigste Variante kann nicht hingenommen werden!