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Pressemitteilung 15/2004

Bund Naturschutz fordert Fortschreibung des 100-Bäume-Programms

Der Umweltbürgermeister Dr. Gsell wird am 5. Mai am Kesslerplatz die Bilanz für sein 100-Bäume-Programm vorstellen. Der Bund Naturschutz begrüßt dies grundsätzlich. Es tauchen jedoch Zweifel darüber auf, ob es sich hier nicht nur um eine Beruhigungsaktion für aufgebrachte Bürger und fordernde Naturschützer handelt. Der Bund Naturschutz fordert, dass diesem ersten Schritt auch weitere folgen müssen und ein konsequentes Pflanzprogramm für unterversorgte Stadtgebiet folgt.

Zur Vorgeschichte

Am 15.10.2003 wurde im Umweltausschuss nach massivem Drängen im Vorfeld durch die Projektgruppe Straßenbäume des Bund Naturschutz das 100-Bäume-Programm beschlossen.

In einem Gespräch mit dem Umweltbürgermeister Dr. Gsell am 12.11.03 wurde uns versichert, dass zusätzlich zu der Pflanzung von 100 Straßenbäumen auf verwaisten Baumstandorten innerhalb des Mittleren Rings noch  weitere 250 Straßenbäume gepflanzt werden sollen. In seiner Presseeinladung für den 5. Mai wurde auf die Erläuterung der 100 Baumstandorte hingewiesen. Diese Anlage wurde dem Bund Naturschutz – auch auf Rückfrage – nicht zur Verfügung gestellt. Es kommt der Eindruck auf, dass diese möglicherweise Informationen enthält, die nicht im Sinne der Aussagen gegenüber dem Bund Naturschutz sind.

Einmaliges Pflanzprogramm ist zu wenig

Seit 12 Jahren setzt sich der Bund Naturschutz für die Pflanzung von mehr Straßenbäumen in Nürnberg ein. Nach einer intensiven Analyse der Straßenbaumsituation in Nürnberg und über einen Vergleich mit anderen Städten (siehe Projektdokumentation in der Anlage) stellte sich heraus, dass Nürnberg ein hohes Straßenbaumdefizit aufweist und im hinteren Feld der Rangliste rangiert.

Durch den Städtevergleich wurde der Bund Naturschutz nochmals in seinen Forderungen gegenüber der Stadt nach

-         der Umsetzung eines konsequentes Pflanzprogramms für die unterversorgten Gebiete innerhalb des Mittleren Rings und

-         einem Programm mit deutlich gesteigerten Ersatzpflanzungen auf verwaisten Baumstandorten bestärkt.

Der Bund Naturschutz bittet den Umweltbürgermeister Dr. Gsell, es bei dem 100-Bäume-Programm nicht zu belassen, sondern ein Fortschreibung des Programms über mehrere Jahre zur eindeutigen Verbesserung der Straßenbaumsituation in den Defizitgebieten aufzulegen. Um dies zu ermöglichen, ist es dringend nötig die entsprechenden potentiellen Baumstandorte systematisch zu überprüfen und zu sichern und entsprechende Haushaltsmittel einzustellen.