MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Pressemitteilung 26/2004

Kampf um Natura 2000

Beteiligungsverfahren zum europäischen Naturschutz eine Farce. Auch in Nürnberg fehlen noch wichtige Naturflächen wie die Ziegellach.

Noch bis 6. August läuft das Dialogverfahren zur Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie (FFH) in Bayern. Ziel ist es, sogenannte FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete für Netz europäischer Naturschutzgebiete „Natura 2000“ auszuweisen.

Trotz jahrelanger Blockade durch die zuständigen Behörden sind bei der aktuellen Nachmeldung des Landesamtes für Umweltschutz auch für das Stadtgebiet Nürnberg großflächige Gebiete nach FFH- und Vogelschutzrichtlinie vorgesehen. So sind bei den Vorschlägen weite Waldgebiete rund um den Flughafen, der Schmausenbuck, große Teile des Hafenwaldes, der Reichswald um den Königshof und südlich von Langwasser sowie Rednitztal und östliches Pegnitztal. Diese Flächen hatte der Nürnberger BN z. T. schon seit vielen Jahren eingefordert. „Wir sehen uns in unserer fachlichen Position weitgehend bestätigt. Betrachtet man die aktuellen Forderungen nach einer Tunnelanbindung des Flughafens und einer LKW-Trasse quer durch den Wald am Königshof ist dieser Schutz dringend erforderlich,“ so BN-Vorsitzende Therese Mayerle. „Allerdings haben die Natura-2000-Gebiete aus Sicht des Bund Naturschutz Nürnberg noch zahlreiche Defizite. Insbesondere bei Ziegelstein muss ein FFH-Gebiet geschaffen werden, das auch die wertvollen Feuchtwiesen und Tümpel umfasst. Auch am Moorenbrunnfeld, am Worzeldorfer Berg und am Königshof ist die Ausweisung zum Schutzgebiet erforderlich.“

Im Beteiligungsverfahren ist jedoch bei Ergänzungsvorschlägen die Zustimmung aller Flächen-Eigentümer samt Nachweis der Berechtigung vorzulegen. Dies ist nicht nur vollkommen richtlinienwidrig, es ist im Rahmen der Beteiligungsfrist nahezu ausgeschlossen, die entsprechenden Dokumente (z.B. Grundbuchauszug) beizubringen. „Bei einem Antrag auf Einschränkung des Schutzgebiets sind die bürokratischen Hürden dagegen minimal. Das Verfahren hat also rein destruktive Ausrichtung mit der Intention vorgeschlagene Schutzgebiete wieder einzuschränken“, argumentiert Therese Mayerle.

Trotzdem hat der BN Nürnberg einen umfangreichen Forderungskatalog erstellt. Bei Rückfragen senden wir Ihnen gerne die ausführliche Stellungnahme zu.