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Pressemitteilung 28/2004

Wald Bündnis Bayern hat überwältigenden Zuspruch beim Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“

Über 100.000 Unterschriften für Zulassung des Volksbegehrens gesammelt. Nürnberger Rekordbeteiligung von über 9.000 Unterschriften als klares Votum pro Reichswald

Das Wald Bündnis Bayern, ein breiter, überparteilicher Zusammenschluss von derzeit 28 Verbänden,  hat die erste Stufe für das Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“ in Rekordzeit genommen. Über 100.000 Unterschriften sind innerhalb von nicht einmal vier Wochen bayernweit gesammelt und amtlich beglaubigt worden. In Nürnberg und im Landkreis sind 9.046 gültige Unterschriften gesammelt worden.  Allein im Stadtgebiet waren es 5.853 Unterschriften.  Damit ist die Beteiligung bayernweiter Rekord. In der wesentlich bevölkerungsreicheren Landeshauptstadt kamen samt Landkreis zum Vergleich 6.632 Unterschriften zusammen.

„Dies ist ein großer Erfolg für das Waldbündnis in unserer Region. Die bayernweite Spitzenbeteiligung zeigt deutlich, dass die Nürnberger bereit sind für „ihren“ Reichswald zu kämpfen“, so die BN-Kreisvorsitzende Therese Mayerle. Damit ist die erste Stufe des Volksbegehrens mit wesentlich mehr als der erforderlichen Zahl von 25.000 Unterschriften erfolgreich abgeschlossen. Jetzt muss das bayerische Staatsministerium des Inneren innerhalb von sechs Wochen über die Zulassung dieses Volksbegehrens entscheiden.

Mit dem in Deutschland einmaligen Instrument der bayerischen Volksgesetzgebung will das Wald Bündnis Bayern den Vorrang von Schutz- und Erholungsfunktionen in Staats- und Gemeindewäldern sowie die unabhängige Beratung und Förderung im Privatwald sichern und damit den geplanten „Forstkahlschlag“ stoppen. Gleichzeitig wird damit  ein bundesweites Signal gegen den drohenden Ausverkauf und die schleichende Privatisierung öffentlicher Wälder gesetzt.

Im  Wald Bündnis Bayern haben sich unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen von Waldbesitzern, Naturschutzverbänden, Wandervereinen und  Gewerkschaften bis hin zu Imkern zusammengeschlossen. Aufgrund der breiten Zustimmung, die das Volksbegehren an hunderten von Informationsständen erfahren hat, sind sie  zuversichtlich, auch die zweite Stufe des Volksbegehrens erfolgreich zu meistern. Voraussichtlich ab Ende November  müssen sich 10 Prozent der Wahlberechtigten Bayerns innerhalb von 14 Tagen auf den Rathäusern und Gemeindeämtern eintragen, damit es im Frühjahr zum Volksentscheid kommt.

Die BN-Kreisvorsitzende Therese Mayerle bittet deshalb alle Bürgerinnen und Nürnberger Bürger sich im Eintragungszeitraum unter dem Motto zu engagieren: „Zehn Minuten Zeit für den Wald!“.

Im  überwältigenden Zuspruch sieht das Wald Bündnis Bayern einen Beweis für die Waldliebe der bayerischen Bevölkerung und damit auch einen Appell an die bayerische Staatsregierung, die so genannte „Forstreform“ zu stoppen. Immer mehr  Bürgerinnen und Bürger haben erkannt, dass mit der kurzfristigen Profitorientierung im Staatswald eine gewaltige Verschlechterung der Waldqualität und damit von Heimat und Lebensqualität droht.

Nach den Plänen der Staatsregierung, sollen die großen Staatswälder in Bayern durch eine vorrangig gewinnorientierte Anstalt öffentlichen Rechts bewirtschaftet werden. Mit weiterer Rationalisierung und Industrialisierung der Waldwirtschaft soll der kurzfristige Gewinn auf Kosten der Mischwälder, naturnaher Bewirtschaftung, Trinkwasserschutz und Erholungsmöglichkeiten erhöht werden. Die Investitionen in gesunde Wälder würden drastisch gekürzt, für Gemeinden soll die Bewirtschaftung ihrer Wälder wesentlich teurer und die unabhängige Beratung der Waldbesitzer soll abgebaut werden.

Mit dem Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“ wird dagegen die Waldqualität in Bayern gesichert und, wo Defizite bestehen, verbessert werden. Im Gegensatz zu den Vorstellungen der Staatsregierung sichert das Volksbegehren eine nachhaltig naturnahe Waldwirtschaft und vermeidet damit Folgekosten in Milliardenhöhe für kommende Generationen.