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Pressemitteilung 24/2005

Sensenschnitt schützt Feuerfalter

Bund Naturschutz Nürnberg stellt eindrucks-volle Bilanz im Rahmen der SandAchse Franken vor. Fast 25.000 m2 Biotopfläche bei Kornburg gesichert. Eigenes Faltblatt gibt Informationen.

Goldfarbener Sand – Schatz der Natur

Nürnberg war Schwerpunkt des bayernweit größten Naturschutzprojekts SandAchse Franken, das Anfang Juli endete. Von Weißenburg im Süden bis Bamberg im Norden standen die einzigartigen fränkischen Sandlebensräume im Brennpunkt. Gerade Nürnberg mit den sandigen Flusstälern von Rednitz und Pegnitz und dem spröden Charme der trockenen Reichswälder weist hier beträchtliche Naturschätze auf.

Der Bund Naturschutz Nürnberg blickt nun auf eine eindrucksvolle Bilanz in den fünf Jahren des Projekts zurück. Über Ankäufe und Pflege von Biotopflächen, Ausstellungen, spezielle Kinderaktionen und mehr informiert jetzt eine eigene Broschüre.

Flächenkauf schützt Sand-Biotope

Bei Kornburg konnte der Naturschutzverband z.B. vier Flächen mit zusammen fast 25.000 m2 sichern. Kurz vor Ende des Projekts gelang noch benachbart zu städtischen Flächen der Kauf einer Sandheide. An die 19.000,- € musste der BN insgesamt für die Ankäufe aufbringen. Allein das Ehepaar Dr. Doris und Dr. Otto Heimbucher spendete 1100,- € und die Hildegard und Toby Rizzo-Stiftung stellte 1000,- € zur Verfügung. Der Großteil des Kaufpreises (85%) wurde allerdings von der SandAchse zugeschossen, die wiederum vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerlösen der GlücksSpirale finanziert wird.

Gerade Kornburg gilt neben den Bahnflächen als Eldorado für Sandliebhaber unter den Tieren und Pflanzen. Die seltenen Sand-Grasnelken, landesweit akut vom Aussterben bedroht, kommen hier noch zu Tausenden vor. Unzählige Schmetterlinge, Grashüpfer, Wildbienen, Eidechsen u.v.a. bevölkern die Heideflächen. „Wir möchten uns im Namen dieser bedrohten Natur ganz herzlich bei allen Spendern und Unterstützern bedanken,“ meint deshalb der 2. BN-Vorsitzende, Oliver Schneider.

Enorme Artenvielfalt

„Oft finden wir auf unseren Sandflächen  fünf bis zehn Arten der so genannten Roten Liste. Das haben unsere Feuchtbiotope einfach nicht zu bieten“, erläutert Wolfgang Dötsch, Biologe beim Bund Naturschutz. Die eiszeitliche Sanddüne bei Erlenstegen oder der sandige Tümpel im Volkspark Marienberg sind solche Biotope. Hier haben durch die Arbeit des BN das seltene Silbergras und Knoblauch-Kröte wieder eine Überlebenschance.

„Das bedrohte Moorenbrunnfeld, offiziell eines der wertvollsten Sand-Biotope des ganzen Freistaats, können wir leider weder pachten noch kaufen. Doch wir glauben, dass wir mit unserer massiven Öffentlichkeitsarbeit etwas zum Erhalt beigetragen haben“, argumentiert Oliver Schneider. Mit einem öffentlichen „Tag der Artenvielfalt“ und einem eigenen Faltblatt hatte der BN das riesige Areal in den Blickpunkt gerückt.

Begeisterung für bizarren Lebensraum

Überhaupt ist Werbung einer der zentralen Bestandteile der SandAchse. Tümpel und Bäche sind den Menschen als schützenwerte Natur bekannt. Wilde Brachen, Sandgruben, Dünen und sonnenverbrannte Heideflächen hatten dagegen lange Zeit keine Lobby. Daher hat auch der Bund Naturschutz die „fränkische Wüste“ und ihre Bewohner auf zahlreichen Führungen und Vorträgen vorgestellt. Mit dem Kinderprogramm „Ameisenlöwe & Co“ ließen sich ca. 1000 Schüler in den bizarren Lebensraum entführen.

Übrigens können Schulen und Kindergruppen diese Veranstaltung dank fortgesetzter Förderung durch die SandAchse noch dieses Jahr kostenlos buchen. Nähere Informationen unter 0911 / 457606.