MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Pressemitteilung 3/2007

Kein Asphalt im Wald!

Breites Aktionsbündnis tritt gegen Flughafentunnel an. Positive Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums in der Kritik. Aktion zeigt „Flächenfraß“ durch Nordspange

Sehr hohes Umweltrisiko, Unwirtschaftlichkeit und geringe Entlastung – das waren noch 2003 das Gutachterergebnis des Bundesverkehrsministeriums zur Nordspange. Im Frühjahr 2006 votiert das Ministerium gerade für die teure, ökologisch problematische Tunnelvariante. Diesen „Sinneswandel“ kritisiert das Aktionsbündnis zur Nordspange und demonstriert den gewaltigen Eingriff im Reichswald bei Buchenbühl mit einer 300 m2 großen schwarzen Folie.

Die tatsächlichen Ausmaße des „Becksteintunnels“ sind natürlich viel gewaltiger:

·        Auf einer Streckenlänge von etwa 2,8 km wird sich das gesamte Bauwerk erstrecken.

·        Etwa 1,2 km läuft die Trasse quer durch den Sebalder Reichswald, Auffahrten und Abfahrten nicht eingerechnet.

·        Dabei kann die Straße natürlich nicht gleich in einen Tunnel verschwinden. Vielmehr wird sie etwa 700 Meter lang auf einem hohen Damm gebaut, bevor sie langsam in der Erde verschwindet. Die Lärmwirkung auf Buchenbühl ist damit besonders intensiv.

·        Wanderer stehen dann erstmal vor einem unüberwindlichen Trog.

·        Auch wird der Tunnel außerhalb der Landebahn nicht unterirdisch gebohrt (sog. bergmännische Bauweise), sondern gegraben. D.h. hier muss auf der gesamten Strecke der Wald abgeholzt  werden.

·        2001 wurden die Kosten bereits auf 52 Mio. Euro Steuergelder geschätzt

Erschließung für zukünftiges Güterverkehrszentrum?

In der Koalitionsvereinbarung des Nürnberger Stadtrats ist ein Güterverkehrszentrum GVZ am Nürnberger Flughafen festgeschrieben. Betrachtet man die Dimensionen des vorhandenen Güterverkehrszentrums am Nürnberger Hafen (weit größer als die Altstadt), so wird klar, dass die Nordspange eine Erschließungsstraße für gewaltige Gewerbeflächen werden soll. Von einer Entlastung der Bürger kann keine Rede sein.