MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Pressemitteilung 33/2009

Rodung als „nachhaltiger“ Waldumbau

Bund Naturschutz kritisiert Rodung des Waldes bei Ziegelstein als ökologischen Etikettenschwindel. Ausschließlich wirtschaftliche Interessen des Flughafens stehen im Vordergrund. Massiver Bannwaldeingriff im Umfeld der Nordspange

Fehlende Bürgerbeteiligung

Der Begriff Nachhaltigkeit wir in aller Munde geführt. Doch oft betitelt man damit schon die endgültige Zerstörung wertvoller Natur. Tiefe Furchen haben auch schwere Erntemaschinen zum Schrecken vieler Bürger im Wald bei Ziegelstein hinterlassen. Zwischen der Kalchreuther Straße und dem Sportgelände des HG Nürnberg wurden bis Ende Oktober umfangreiche Fällmaßnahmen auf fast 49.000 Quadratmetern Fläche durchgeführt. Weitere Gebiete sollen folgen. Doch nicht der Forstbetrieb ist für die rigorose Maßnahme verantwortlich. Ausschlaggebend sind Sicherheitsgründe des Flughafens. Die Bäume sind angeblich zu groß und gefährden den Flugverkehr.

 „Mittelwald“ ökologisch mittelmäßig

Wo jedoch früher sorgsam zurückgeschnitten wurde, soll nun ein „nachhaltiger Waldumbau“ zu so genanntem „Mittelwald“ das Problem dauerhaft lösen. Übrig bleiben überwiegend junge Bäume, die regelmäßig zurückgeschnitten werden sollen, denn die zulässige Wuchshöhe liegt in der Nähe des Flugfeldes bei weniger als 15 Metern. Dabei ist die Mittelwaldnutzung im Reichswald anders als z.B. im Steigerwald ein vollkommen untypisches Biotop. Die für die Gegend so typischen uralten Eichen mit ihren Höhlen für Fledermäuse und Spechte können hier großflächig nicht mehr wachsen. Nur bereits bestehende, wertvolle Höhlenbäume dürfen nicht gefällt werden. Für den BN ist die Situation daher klar. Nicht naturschutzfachliche Gründe liegen der Maßnahme zugrunde, sondern die Wirtschaftsinteressen des Flughafens.

Das zuständige Amt für Landwirtschaft hat die Maßnahme daher zutreffend als Rodung eingestuft und Anfang Oktober eine entsprechende Erlaubnis ausgestellt. Da das Gehölz vom Amt allerdings nicht mehr als funktionsfähiger Wald angesehen wird, ist ökologischer Ausgleich, also Schadenersatz, zu leisten. So muss der der Flughafen eine Ersatzaufforstung von 22.000 Quadratmetern anlegen.