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Pressemitteilung 17/2012

Umgestaltung von Obst- und Hauptmarkt

Pressemitteilung vom 26. Juni 2012

Am Freitag und Samstag vergangener Woche stellten die Sieger des Wettbewerbs zur Umgestaltung von Obst- und Hauptmarkt ihre Arbeiten vor. An beiden Tagen wurden von den Bürgern immer wieder Bäume für den Hauptmarkt gefordert – ebenso in dem Gästebuch, das bei der Ausstellung aller Arbeiten im Hauptbahnhof auslag.

Am Freitag bekam Oberbürgermeister Maly vom Bund Naturschutz 1.007 Unterschriften mit der Forderung nach Bäumen überreicht. Vehement lehnte er dieses Ansinnen ab. Dabei sind seine Gründe nicht nachvollziehbar. Der Platz muss genügend Raum für Veranstaltungen, für Begegnung und den Christkindlesmarkt bieten. Natürlich! Auch der Bund Naturschutz will das. Auch der BN will keinen Wald auf dem Hauptmarkt. Die Bäume sollen lediglich am Rand stehen. Dadurch gehen zwar ein paar Quadratmeter verloren, diese werden aber an der Westseite durch das Sperren der jetzigen Straße wieder dazugewonnen.
Auf dem Hauptmarkt waren nie Bäume. Historisch wäre das zugegebenermaßen nicht. Die geplante Stecknadelbeleuchtung ist es allerdings auch nicht.

Die Bürger wünschen sich Plätze zum Wohlfühlen. Gerade der wichtigste Platz einer Stadt muss Aufenthaltsqualität haben. Dazu gehören auch Bäume. Sie spenden Schatten und leisten – auch am Hauptmarkt – einen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas.

Eine Bürgerbeteiligung muss ernst genommen werden – auch wenn der erklärte Wille der Mehrheit nicht dem des Oberbürgermeisters entspricht. Malys eigene Partei ist da schon ein wenig weiter. In der Stellungnahme der SPD-Altstadt zur Entwicklung von Hauptmarkt und Obstmarkt heißt es unter Punkt 3, Grünkonzept:
„Beim Obstmarkt ist die Grundidee, durch die raumbildende Anordnung von Bäumen die Verkehrsschneise zu gliedern und gleichzeitig Aufenthaltsqualität und Ökobilanz zu verbessern, zu begrüßen, weiterzuverfolgen und auch zu verwirklichen. Beim Hauptmarkt sollten an geeigneten Stellen Bäume gepflanzt werden, ohne seine Funktionalität einzuschränken. Konkrete Vorschläge: Durch eine starke Baumpersönlichkeit in der Nordostecke in Kombination mit dem Rathauseingang, dem Prantl-Stein, der Wegeachse Gänsemännla-Brunnen und dem mobilen und bürgerfreundlichen Non-Profit-Aufenthaltsbereich für die Zeiten ohne Großveranstaltungen eine eigene besondere mit Südsonne und Baumschatten versehene Aufenthaltsqualität zu schaffen und der vorhandenen gastronomischen Außenbestuhlung in der Platzecke zwischen „Edeka“-Haus und Eisdiele durch einen oder zwei Bäume eine Raumcharakteristik zu geben. Beide Vorschläge bedingen keine Nutzungseinschränkungen für den Hauptmarkt als Stadtplatz“.
Bäume, Hauptmarkt und SPD. Da geht was, Herr Oberbürgermeister! Diesen Kompromissvorschlag würde auch der Bund Naturschutz mittragen.