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Pressemitteilung 20/2012

Rechen als Alternative zum Laubbläser

Pressemitteilung vom 13. November 2012

Leider gehört der Laubbläser für viele Leute schon mehr zum Herbst als das Laub selbst. Das bestätigt auch die Aussage von Herrn Daume vom  Servicebetrieb öffentlicher Raum (SÖR): „Laub wird nicht mehr als etwas erlebt, was zum Herbst dazugehört. Viele sehen darin nur noch Dreck, der weg muss.“

(„Bürger wollen geleckte Straßen“: Starnberg schaffte Laubbläser ab, Nürnberg nicht - 07.11. 2012, Nürnberger Nachrichten)

Der BUND Naturschutz sieht das anders. Laub war und wird immer ein Bestandteil des Herbstes sein. Worauf es ankommt ist, wie wir es wahrnehmen und damit umgehen. Denn Laub ist nicht nur „Müll“, der die Straßen und Wege verschmutzt oder, hoffentlich noch zumindest in manchen Augen, schön anzuschauen – es ist vor allem ein wichtiges Gut der Natur. Den Grün- und Rasenflächen bietet eine dünne Laubschicht Schutz gegen Verdunstung, Bodenfrost und aufkommendes Unkraut. Wenn es sich nach dem Winter zersetzt, ist es ein wichtiger Humuslieferant. Der vollständige Abtransport des Laubes im Winter stört Mikroorganismen und Regenwürmer. Kleinsäuger wie Spitzmäuse oder Igel verlieren mit dem Laub sogar einen Großteil ihrer Lebensgrundlage, da sie in ihm sowohl Schutz vor der Kälte als auch Nahrung finden. Somit ist schon alleine die Entfernung des Laubes von Grünflächen fatal. „Nach meiner Auffassung wäre es wesentlich verantwortlicher, Laub in den Grün- und Rasenflächen, nach vollständigem Laubabfall, einmal grob zusammenzurechen und anschließend zu kompostieren“, so Günther Raß, 1. Vorsitzender des BUNDes Naturschutz Kreisgruppe Nürnberg.

Die Art, wie man das Laub entfernt, macht das Ganze jedoch noch viel schlimmer. Denn Laubsauger und -bläser haben tragische Auswirkungen auf die Umwelt. Sie erreichen einen Geräuschpegel von bis zu 115 dB(A), was mit einem Presslufthammer vergleichbar ist, und stoßen bis zu 200 Mal so viele unverbrannte Kohlenwasserstoffe aus wie ein Pkw mit geregeltem Katalysator. Insekten, Schnecken, Amphibien, sogar Säugetiere bis zur Größe von Igeln können von Laubsaugern angesaugt und getötet werden. Die Überlebenden bleiben zurück in einer, aus ihrer Sicht, trostlosen Wüste, in der das Überleben schwerfällt.

Deswegen setzt sich der BUND Naturschutz dafür ein, dass vor allem in Grün- und Rasenflächen auf Laubsauger und -bläser verzichtet und stattdessen der Rechen in die Hand genommen wird. Doch gegen diese Idee werden sofort Vorwürfe erhoben: Laut Herrn Daume müsse man „wirtschaftlich arbeiten“. Mitarbeiter zu bezahlen, welche das Laub wegrechen, käme die Stadt wesentlich teurer als die Laubbläser. Doch wäre die Entstehung zusätzlicher Arbeitsplätze angesichts der relativ hohen Arbeitslosigkeit in Nürnberg kein positiver Effekt? Es wurde ganz richtig gesagt, man habe schließlich „sorgfältig mit den Steuergeldern umzugehen“. Doch sorgfältig mit den Steuergeldern umzugehen heißt nach unserem Verständnis nicht nur möglichst sparsam sein, sondern auch verantwortungsvoll damit umzugehen. Sogar das Umweltamt der Stadt Nürnberg selbst verweist in einem Faltblatt auf die vielen schädlichen „Nebenwirkungen“ der Laubbläser und -sauger. Doch mit gutem Beispiel vorangehen sieht anders aus.

Das Faltblatt gibt es zum Anschauen und herunterladen unter www.nürnberg.de/internet/umweltamt.