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Grüne Räume durch unsere Bäume

Straßenbäume haben es schwer in unserer Stadt. Anders als bei Bäumen in der freien Natur ist ihr Lebensraum begrenzt und sie sind vielfältigen Gefahren und Beeinträchtigungen ausgesetzt. Mit seiner Plakataktion „Grüne Räume durch unsere Bäume“ möchte die BN-Projektgruppe Straßenbäume auf die Missstände im Umgang mit unseren Bäumen hinweisen und gleichzeitig für einen pfleglichen Umgang mit Nürnbergs Straßenbäumen werben.

Winterdienst, Baumaßnahmen und zu kleine Baumscheiben setzten unseren Straßenbäumen massiv zu. Einen unübersehbaren Anteil an der Zweckentfremdung unserer Baumscheiben haben allerdings auch die Bürger dieser Stadt. Baumscheiben werden gerne als zusätzliche Parkplätze oder als Zwischenlager für diversen Unrat benutzt. Um diesen Missstand zu beheben, hilft nur unermüdliche Information und Aufklärung.

Die Projektgruppe Straßenbäume versucht hierzu einen Beitrag zu leisten. In diesem Frühjahr werden 500
DIN A0-Plakate an die Litfasssäulen der Stadtreklame plakatiert. Motto der Plakataktion: „Geht man so mit guten Freunden um?“

In Nürnberg gibt es im Vergleich zu anderen Großstädten viel zu wenig Straßenbäume. Die vorhandenen Bäume leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Umgebung. Bäume verbessern nicht nur die Luftqualität, mindern den Lärm und spenden Schatten im Sommer. Stadtbäume sind die wichtigsten Verbündeten, wenn es darum geht, den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts rechnen Forscher mit einem Anstieg der Durchschnittstemperatur von 2°C und einer Zunahme von sogenannten Extremwetterereignissen. Das bedeutet, dass Niederschläge, Hitze und Trockenheit häufiger auftreten werden.

Folgt man einer Studie zum Stadtklima aus dem Jahr 2010 (Handbuch Stadtklima, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, NRW), dann wird sich die Anzahl sogenannter Sommertage mit einem Temperaturmaximum von mindestens 25°C bis ins Jahr 2050 aller Voraussicht nach verdreifachen. Heiße Tage mit einem Temperaturmaximum von mindestens 30°C werden sich verfünffachen. Die gravierendste Folge des Anstiegs der Temperaturextreme ist eine Zunahme der hitzebedingten Mortalität und Morbidität. Risikogruppen sind insbesondere ältere Menschen und Neugeborene.

Zu den kurzfristig umzusetzenden Maßnahmen zur Reduzierung der Hitzebelastung im innerstädtischen Bereich gehören die Begrünung unserer Straßenräume sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. Hier gilt es, den bestehenden Baumbestand zu schützen und zu pflegen. Bäume sind natürliche Klimaanlagen, binden CO2 und kühlen die Umgebung.

Einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Straßenbäume und zur Erhöhung ihrer Wertschätzung leisten die mittlerweile mehr als 1.000 Baumpaten in Nürnberg. Die liebevoll gepflegten Baumscheiben wirken einer „Zweckentfremdung“ wirkungsvoll entgegen. Dankenswerterweise unterstützt die Sparkasse Nürnberg auch in diesem Jahr wieder die Baumpatenwerbung mit einem „einladenden“ Plakat und Foldern. Kooperationspartner bei dieser Aktion sind SÖR und der Bund Naturschutz.

Mehr über die Projektgruppe Straßenbäume können Sie hier lesen.