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Biber auf Wohnungssuche

Nürnbergs Biber erobern das Stadtgebiet. Der BUND Naturschutz (BN) bittet daher Bürger um Mithilfe und Bibermeldungen! Attraktives Angebot an Biberführungen für Schulklassen.

Seit über zehn Jahren ist der Biber im Stadtgebiet heimisch. 2004 fanden sich bei Mögeldorf und im Wasserschutzgebiet die ersten Spuren, die auf eine dauerhafte Besiedlung hinwiesen. Von dort wurde das Pegnitztal flussabwärts erobert. Sogar in der Altstadt ging der mächtige Nager spazieren. Mit 1,30 Metern Körperlänge und circa 30 Kilogramm Gewicht ist er das mit Abstand größte Nagetier Deutschlands. Mittlerweile ist der Biber wohl an allen Flüssen im Raum Nürnberg verbreitet. Überall zeugen angenagte Gehölze von einer durchgehenden Besiedlung.

Flüchtlingskrise bei Bibern

Da alle guten Biberreviere besetzt sind, haben junge Biber nun ein massives Problem. Denn Biber sind nicht die possierlichen Kuscheltiere, für die sie gehalten werden. Im dritten Jahr werden die Jungbiber von den Eltern aggressiv vertrieben und müssen sich ein eigenes Revier suchen. Viele Kilometer irren sie dabei durch die Landschaft. Treffen sie auf alteingesessene Tiere, drohen lebensgefährliche Revierkämpfe.
Daher wandern die Biber nun kleine Bäche aufwärts und sind immer mehr gezwungen, auch ungünstige Lebensräume zu erschließen. In Nürnberg werden die Tiere deshalb in den letzten Jahren vermehrt an vollkommen ungeeigneten Stellen angetroffen. Naturgartenbad Erlenstegen, Zeltnerschlossweiher, Röthenbacher Landgraben sind nur die bekanntesten Beispiele von Bibern mitten in der Stadt. Auch der Jahrhundertsommer 2015 hat die Suche der Tiere erschwert. Wo sich sonst erfrischende Tümpel und Bäche finden, waren nur noch vertrocknete Schlammlöcher vorhanden.

Biber melden beim BN!

Trotzdem gibt es aus Sicht des BN noch geeignete Biberreviere in der Stadt. Als Anwalt der Biber ist der BUND Naturschutz an einem harmonischen Zusammenleben von Bibern und Menschen interessiert. Ein spezieller Biberberater steht hier zur Verfügung.
Wer den Biber oder seine Spuren in der Stadt entdeckt, sollte daher unverzüglich den BN informieren! Hier werden die Meldungen gesammelt und gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet. So haben sich Spaziergänger schon an die vielen Bäume mit Maschendrahtzaun im Pegnitztal gewöhnt. Hier haben BN-Aktive markante Bäume vor den fleißigen Nagezähnen geschützt.

Mit der Klasse auf Biberpirsch

Anhand der kartierten Vorkommen veranstaltet der BN auch spezielle Führungen für Schulen und andere pädagogische Einrichtungen. Unter dem Stichwort „Wildtier Biber“ tauchen Schulklassen in den geheimnisvollen Lebensraum ein. Denn kein anderes heimisches Wildtier hinterlässt so deutliche Spuren: Biberburgen, Biberrutschen, gefällte Bäume und angenagte Gehölze – der Biber gestaltet die Umwelt nach seinen Bedürfnissen.
Durch seine Nage- und Stautätigkeit schafft er strukturreiche Feuchtlebensräume für unzählige andere Tiere wie Fische, Lurche und Libellen. Ganz nebenbei schützt er den Menschen und seine Siedlungen vor Hochwasser. Das zu vermitteln ist das zentrale Ziel des BUND Naturschutz.

Meldung von Bibern und Anmeldung für Führungen im BN-Büro, Endterstr. 14
Tel.: 0911/45 76 06
E-Mail: info@bund-naturschutz-nbg.de