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Grün statt grauer Parkplätze!

BUND Naturschutz kritisiert den Bau von großflächigen Parkplätzen in den Grünanlagen an der Neumarkter Straße als stadtklimatisch katastrophal. Verzicht oder Parkhäuser und Tiefgaragen auf bisherigen Parkflächen als Alternative.

Pressemitteilung vom 11. März 2020

Das Siedlungswerk Nürnberg GmbH plant an der Neumarkter und an der Parsberger Straße eine Nachverdichtung mit Wohnbebauung. Zwar können die Gebäude überwiegend auf bereits versiegelten Garagen- und Parkplatzflächen entstehen, die neuen Parkplätze sollen aber auf Kosten der bestehenden Grünanlagen realisiert werden. Dazu muss dann auch eine Reihe größerer Bäume gefällt werden.

Versiegelung verschlechtert Stadtklima

Für den BUND Naturschutz ist die Planung Zeichen einer verfehlten und rückwärtsgewandten Stadtplanung. Die lockeren Häuserzeilen werden zu einer fast geschlossen Blockrandbebauung umgestaltet. Der BUND Naturschutz unterstützt daher das Aktionsbündnis „Erhalt von Grünflächen im Viertel Gleißhammer“.
Grundsätzlich bezweifelt der Naturschutzverband den hohen Parkplatzbedarf in einer Stadt mit zukunftsorientierter Mobilität. Davon abgesehen dürfen keinesfalls wertvolle Grünanlagen für flächenfressende, ebenerdige Parkplätze verschwendet werden.

Der BN weist darauf hin, dass man problemlos bisherige Garagenhöfe an der Bahnlinie zu großen Parkhäusern ausbauen kann. Auch eine Tiefgarage sieht der Naturschutzverband als flächensparende Alternative.

„Würde man Parkhäuser auf dem Dach und an den Fassaden umfangreich begrünen, wäre das sogar ein stadtklimatischer Gewinn zur jetzigen Situation“, argumentiert der 2. BN-Vorsitzende Oliver Schneider. „Im Klimawandel können wir uns keine Billigplanung mehr leisten, die ohne zwingenden Grund Grünflächen vernichtet.“

Mehr Bäume und Blühflächen!

Grundsätzlich sieht der BUND Naturschutz in den Grünanlagen der Siedlung massiven ökologischen Nachholbedarf. Großflächige Rasen mit wenigen Einzelbäumen sind heute nicht mehr zeitgemäß. Auf den Freiflächen könnte man schon heute deutlich mehr Bäume pflanzen und den Anwohnern damit in heißen Sommern Schatten, Kühlung und wichtige Luftfilter schaffen. Statt artenarmer Intensivrasen könnten naturbelassene Grünflächen die Aufenthaltsqualität steigern.

„Gerade das Siedlungswerk ist als großer Grundeigentümer zu besonderer Verantwortung verpflichtet und sollte sparsam mit Boden umgehen“, appelliert Oliver Schneider an die Verantwortlichen.

Pressemitteilung als PDF zum Download

Fotos/Grafiken: C. Rosenberg, A. Steitz