MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Die Wälder im Großraum Nürnberg im Wandel der Zeit

Der Vortrag stellt die Bedeutung der Wälder rund um Nürnberg für unsere Stadt und die hier lebenden Menschen als Naherholungsgebiet, Wasserspeicher, Sauerstoffproduzent und zum Ausgleich des heißen Stadtklimas sowie deren Gefährdung durch Klimawandel und Flächenverbrauch vor.

Datum
19.03.2019 19:00 - 20:00

Ort
Evangelische Stadtakademie Nürnberg, Burgstr. 1-3, 90403 Nürnberg

Referent: Dr. Ralf Straußberger, Wald- und Jagdreferent des BUND Naturschutz

Die Wälder im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach haben sich seit dem Mittelalter stark gewandelt. Den heutigen Kiefernwäldern sieht man nicht mehr an, dass rund um Nürnberg von Natur aus Laubwälder vorherrschten. Im Spätmittelalter litt die Stadt Nürnberg trotz des angrenzenden großflächigen Reichswaldes sehr unter einem Mangel an Holz und Holzkohle. Der Reichswald war damals stark heruntergewirtschaftet und übernutzt, große Flächen waren durch Brandrodungen verwüstet. Der Nürnberger Patrizier Peter Stromer ließ damals Zapfen der Kiefern und anderer Nadelbäume sammeln und die Samen säen, um wieder Waldbäume nachzuziehen. Dies ist ihm auch gelungen: Peter Stromer hat weltweit erstmalig 1368 großflächig und planmäßig Nadelholzsaaten durchgeführt, die berühmten Nürnberger Nadelbaumsaaten. Seit gut 600 Jahren prägen nun Kiefernwälder unsere Region. Sie waren und sind starken Gefährdungen unterworfen: Kurz vor 1900 starb ein Drittel der Bäume im Reichswald durch den Fraß der Raupen des Kiefernspanners. In den vergangenen Jahrzehnten war und ist der Reichswald bis heute in seiner Substanz und in seiner Fläche immer wieder bedroht: durch großflächige Rodungen für Straßen, Siedlungen und Gewerbe. Künftig sind die Wälder vor allem durch den Klimawandel stark gefährdet: Nicht nur die Fichte, sondern auch die Kiefer – als immer noch häufigste Baumart in der Region – drohen auszufallen.