Nachruf Claus Bößenecker
Er war eine der zentralen Figuren des Natur- und Umweltschutzes in Nürnberg, in der Region und weit darüber hinaus.
Seit 1982 war er Mitglied im BUND Naturschutz. Als Leiter der Abteilung für Bau- und Umweltrecht im Landratsamt Schwandorf trug er wesentlich zum Ende der Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Wackersdorf bei. Der Politkrimi „Wackersdorf“ von 2021 setzte ihm bereits zu Lebzeiten ein Denkmal. Der Verlag Nürnberger Presse nannte ihn die eigentliche Hauptfigur des Films. Als herauskam, dass er zu den Gegnern der WAA gehörte, wurde er 1986 versetzt.
Als Mitarbeiter bei der Regierung von Mittelfranken konnte er dann in den neunziger Jahren die Ausweisung der beiden Naturschutzgebiete am Hainberg und im Tennenloher Forst durchsetzen, obwohl wirtschaftliche Interessen entgegenstanden.
Sein besonderer Einsatz für den Nürnberger Reichswald und gegen umweltfeindliche Verkehrsprojekte nötigt uns den allergrößten Respekt ab.
Federführend organisierte er schon vor zwanzig Jahren im Bündnis gegen die Nordanbindung des Flughafens viele Aktionen und kreative Kundgebungen. Der Erfolg ist sicher auch seiner unermüdlichen Arbeit zuzuschreiben. Bis heute ist die Trasse nicht gebaut. 2011 erhielt er für seinen Einsatz die Reichswaldmedaille.
Als Delegierter im Vorstand der BN-Kreisgruppe setzte er sich von 2012 bis 2016 vehement und an erster Stelle gegen den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs ein. Auch als Mitglied des Bürgervereins St. Leonhard/Schweinau vernetzte er Initiativen vor Ort und engagierte sich für eine lebenswerte Stadt.
Wir werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.





