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Naturschutzgebiet Föhrenbuck: BUND Naturschutz fordert deutliche Erweiterungen

Die ehemaligen Sandgruben am Föhrenbuck sind ein einzigartiges Refugium von Tieren und Pflanzen. 1992 wurde hier Nürnbergs erstes Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der BUND Naturschutz sieht im Westen und Osten wertvolle Flächen für eine Ausdehnung.

29.07.2026

Grobe Schotter prägen den Boden zwischen Hafen und Marthweg. Ein eiszeitlicher Fluss hat hier mächtige Sedimente abgelagert, die in der Nachkriegszeit intensiv abgebaut wurden. Für Nürnberg sind solche Standorte selten. Normalerweise herrschen sandige, bisweilen auch tonige Böden vor.

In den feuchten Mulden des Geländes hat sich eine einzigartige Vegetation angesiedelt. Rundblättriger Sonnentau, Sumpf-Bärlapp und Pillenfarn gedeihen hier prächtig – Pflanzen, die man sonst eher in Mooren findet.

Nach zähem Ringen und Protesten von BN und Bürgern wurde hier Anfang der neunziger Jahre Nürnbergs erstes eigenständiges Naturschutzgebiet ausgewiesen. Eigentlich war eine Erweiterung der benachbarten Deponie geplant. Nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt wäre dies eine Katastrophe gewesen. Der extrem durchlässige Untergrund ist als Deponiestandort komplett ungeeignet.

Den BN-Ortsgruppen Südost und Eibach/Röthenbach ist das Schutzgebiet ans Herz gewachsen. Bei einer Führung wollten sie auch interessierten Bürgern die Schönheit der Landschaft vorstellen. Trotz sommerlicher Temperaturen nahmen etwa 25 Interessierte das Angebot wahr. Bei einem Spaziergang stellte BN-Biologe Wolfgang Dötsch wichtige Pflanzen und Tiere vor. Bereits weit östlich des Schutzgebiets kann man dabei seltene Blumen wie Berg-Sandglöckchen und Sand-Grasnelke entdecken. Auch die Blauflügelige Ödlandschrecke (das Wappentier der SandAchse Franken) und die Westliche Beißschrecke springen entlang der Wege auf.

Der BUND Naturschutz fordert daher ganz klar, diese Biotope zukünftig ins Schutzgebiet zu integrieren. Große Parkflächen und auch die alte Kläranlage der Deponie müssten zudem rückgebaut und renaturiert werden. Mit dem Ende des Deponiebetriebs wird diese Anlage nämlich nicht mehr gebraucht. Auch im Westen wurde der Deponiezaun zurückgesetzt, sodass der Waldsaum nun frei zugänglich ist. Diese Flächen sollten aus Sicht des BN ebenfalls dem Naturschutzgebiet zugeschlagen werden. „Mit nur 22,4 Hektar ist das Schutzgebiet extrem klein und von Straßen umgeben“, erläutert Wolfgang Dötsch. „Wir brauchen dringend den Biotopverbund nach Osten und Westen, damit Tiere und Pflanzen nicht wie auf einer Insel gefangen sind.“