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Hiergeblieben! Kiebitze zeigen sich von Vergrämungsmaßnahmen im Wetzendorfer Baugebiet unbeeindruckt

Die Zitterpartie um das Baugebiet in Wetzendorf (Bebauungsplan 4641 A) geht weiter.

24.03.2026

Am 12.01.2026 hat der BN ein Normenkontrollverfahren gegen die Stadt Nürnberg vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München angestoßen und wir von der Ortsgruppe Knoblauchsland hoffen auf einen für uns positiven Ausgang des Verfahrens mit Erhalt der Äcker und Biotope. Kurz darauf erteilte die Stadt zwei positive Bauvorbescheide an die Schultheiss Wohnbau und SP Projekt, gegen die nun auch rechtlich vorgegangen werden muss. Gleichzeitig wurde ein Normenkontrolleilverfahren eingeleitet, um zu verhindern, dass die Stadt Nürnberg vollendete Tatsachen schafft.

Kiebitze sind standorttreu

Die Kiebitze scherte das juristische Gezerre wenig. Wie jedes Jahr kamen sie Ende Februar zu ihrem Brutplatz. Kiebitze sind nämlich standorttreu und Ausgleichsmaßnahmen helfen ihnen deshalb wenig. Sie sind genau auf die Bedingungen der bäuerlichen Kulturlandschaft mit Gemüse- und Salatanbau und vor allem die Beregnung angewiesen. Letztes Jahr gab es auf den Wetzendorfer Äckern zwei Brutpaare, denen es gelang, Junge großzuziehen. Im Knoblauchsland existiert das größte Kiebitzvorkommen Nordbayerns.

Geschützte und vom Aussterben bedrohte Vögel sind unerwünscht

Den Bauherren aber sind die Kiebitze vor Ort ein Dorn im Auge, da sie auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft werden. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz §44 ist die Entnahme, Zerstörung oder Beschädigung der Fortpflanzungs- und Ruhestätten der Tiere verboten. Aus diesem Grund begann das Umweltamt Ende Februar mit massiven Vergrämungsmaßnahmen mit Pflöcken und Flatterbändern, die auf immer größere Areale im Westen des geplanten Parks und der geplanten Baukörper ausgedehnt wurden. Die Pflöcke mit den Flatterbändern werden fast täglich umgruppiert und das mitten in der Vogelschutzzeit! Nach Angaben des Umweltamts werden die Vergrämungen „ökologisch begleitet“ und sind „erforderlich und rechtmäßig, um ein Eintreten des Verbotstatbestands weiterhin zu vermeiden“ – als wäre der Verbotstatbestand nicht schon eingetreten! Es wird spannend, was seitens des Umweltamts in diesem ungleichen Kampf noch unternommen wird.

Bisher sind die Kiebitze erstaunlich hartnäckig und scheinen sich an die Flatterbänder gewöhnt zu haben. Die größere Gefahr geht für sie von freilaufenden Hunden unvernünftiger Hundebesitzer aus. Wir hoffen, dass es den zwei oder drei vorhandenen Brutpaaren auch dieses Jahr gelingt, ihre Jungen großzuziehen.

Wir geben, ähnlich wie die Kiebitze, die Hoffnung nicht auf!

Falls Sie uns unterstützen möchten, sind wir für jeden Euro in unserem Rechtsfonds dankbar (über dieses Konto spenden Sie direkt an die Kreisgruppe Nürnberg):
BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kennwort „Spende Rechtsbeistand Knoblauchsland“
IBAN DE75 7605 0101 00010085 51, Stadtsparkasse Nürnberg
Die Spenden sind steuerlich absetzbar.