Tiefe Tümpel dank Trockenheit
Was macht man am heißesten Tag des Jahres bzw. der letzten hundert Jahre? Natürlich, man geht auf eine schattenlose Biotopwiese und gräbt bei weit über 30 Grad Celsius einen Biotoptümpel. Zugegeben, die über 20 Mitarbeiter der Firma Puma hatten sich ihren ehrenamtlichen Einsatz für die Natur etwas anders vorgestellt. Auf Vermittlung des Zentrums Aktiver Bürger wollte man auf der BN-Feuchtwiese in Fischbach neue Tümpel für Libellen anlegen. Dafür ist Ende Juli eigentlich der richtige Zeitraum. Denn die Feuchtwiese zwischen Augraben und Fischbach liegt auf einer leichten Kuppe und wird nur von Regenwasser gespeist. Allein der extrem lehmige Boden hält das Wasser zurück. Im Sommer trocknen die Tümpel also ganz natürlich aus und bieten so die Chance, neue Feuchtlebensräume zu schaffen, ohne im Schlamm zu versinken.
Zähe Helfer
Auch der BN hatte an diesem Tag mit einem sehr kurzen Einsatz gerechnet. Der Aufwand für Werkzeugtransport und Container schien an dem Tag nicht gerechtfertigt. Überrascht waren die BN-Aktiven dann doch von der enormen Leistungsfähigkeit der Puma-Mitarbeiter, übrigens überwiegend Frauen mit Bürotätigkeiten. Bis 14:00 Uhr wurde mit großem Elan durchgearbeitet und viele tausend Kilo Erde bewegt.
Anfang Juli hatten schon zwei Klassen der Berufsschule B6 vorgearbeitet. Seit vier Jahren unterstützt die Schule den BN im Rahmen einer Umweltwoche. Zusammen konnten B6 und Puma viele Tonnen Aushub entfernen.
Eldorado für Libellen
Damit finden dann im nächsten Frühjahr wieder Libellen neue Laichgewässer. Die Frühe Adonislibelle z.B. taucht bereits im zeitigen Frühjahr auf. Als einzige Kleinlibelle des Stadtgebiets ist sie rot gefärbt. Typisch ist auch die seltene Kleine Pechlibelle. Sie besiedelt vor allem vegetationsfreie Kleingewässer und braucht dringend neu angelegte Tümpel. Wachsen die Gewässer zu, verschwindet die Art. Dank des Einsatzes so vieler Helfer hat sie gerade in Fischbach noch eine Chance.




