Wir müssen unsere Koffer packen! Demo für Artenschutz in Wetzendorf
Immerhin ca. 120 Teilnehmer demonstrierten am Sonntagabend, den 19. April in Wetzendorf an der Parlerstraße und zeigten, dass sie mit den Bauplänen der Stadt an dieser Stelle nicht einverstanden sind. Viele waren mit kleinen und großen Koffern und Taschen gekommen, die mit Bildern von Feldhasen, Rebhühnern, Kiebitzen und Knoblauchkröten beklebt wurden, um zu veranschaulichen, wer hier alles den Platz für Beton räumen muss. Auch einer der Bauern aus Wetzendorf schloss sich mit seinem Oldtimer-Traktor der Demonstration an.
Von den Rednern wurde nochmals das unrechtmäßige Vergrämen der Kiebitze während der Brutzeit und der immense Verlust an wertvollen Biotopen samt der dazugehörigen Flora und Fauna betont. Klaus-Peter Murawski, Kreisvorsitzender des BN in Nürnberg, stellte dar, dass das Bauvorhaben von langer Hand geplant war und die Stadt die Immobilienunternehmen aufgefordert hatte, noch vor den Bauplanungsverfahren Grundstücke an der Parlerstraße zu kaufen. Dies sei zwar eine rechtlich durch den Grundsatzbeschluss des Stadtrats mögliche, aber den Willen des Baugesetzgebers, der Bürgerbeteiligung einen hohen Stellenwert zu geben, grob missachtende Vorgehensweise der Stadtverwaltung, die jetzt Schadensersatzansprüche auslösen könnte! Durch die großen Baukörper ginge ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet verloren. Auch die Verkehrsfrage sei ungeklärt. Inzwischen wüchsen auch bei einzelnen Stadträten Zweifel, ob es wirklich eine gute Idee war, ausgerechnet hier für 2.800 Menschen Wohnraum zu schaffen, wo es doch Alternativen hierzu gäbe (Aufstockungen, Überbauungen, andere Flächen im Besitz der Stadt). Auch warb er nochmals dafür, das Rechtsverfahren gegen die Stadt über den Rechtsfonds zu unterstützen.
Die ebenfalls anwesende Stadträtin der ÖDP, Inga Hager, betonte, dass sich ihre Partei gegen jede weitere Versiegelung im Knoblauchsland wende. Das Statement des Stadtrats von den Freien Wählern, Thomas Estrada, ging in dieselbe Richtung. Er plädiere uneingeschränkt für den Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen im Knoblauchsland.
Die Ortsgruppe Knoblauchsland freut sich über die gelungene Veranstaltung, die gemeinsam mit der Initiative Knoblauchsland und dem Bürgerverein Thon-Wetzendorf-Schnepfenreuth geplant worden war.













