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Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten

BN kritisiert geplanten Durchbau der Bamberger Straße im Knoblauchsland. Zerstörung einer wertvollen Kulturlandschaft und mehr Verkehr für die Kriegsopfersiedlung

Pressemitteilung vom 4. März 2026

Alle Jahre wieder beschert uns der Nürnberger Stadtrat neue Überraschungen, dieses Mal einen Straßenneubau im Knoblauchsland. Der so genannte „Lückenschluss“ der Bamberger Straße wurde zu Beginn des Jahres als Bebauungsplan 4684 veröffentlicht. Deutlich kritisiert der BUND Naturschutz in seiner Stellungnahme den Eingriff. Durch die neue, attraktive Verkehrsverbindung kommt es nämlich zu einer massiven Mehrbelastung der Raiffeisenstraße an der Kriegsopfersiedlung sowie zu Versiegelung und Verbrauch landwirtschaftlicher Fläche (15.000 Quadratmeter).

Die klimatischen und ökologischen Folgen sind erheblich. Trotz des hohen Verkehrsaufkommens sind weder an der Bamberger Straße noch an der
Raiffeisenstraße Radwege vorgesehen.

Stadtklima hängt am Knoblauchsland

Aus Sicht des BUND Naturschutz sind die Eingriffe in das Kaltluftentstehungsgebiet bei einem Durchbau der Bamberger Straße keinesfalls marginal. „Die Planungsunterlagen sind hier absolut dürftig", kritisiert BN-Vorsitzender Klaus-Peter Murawski. „Uns fehlen strömungsphysikalische Modelle und eine quantitative Bewertung der Eingriffe. Man kann nicht überall im Knoblauchsland Fläche versiegeln und die Einzelverfahren kleinrechnen. Die Baugebiete z.B. in Wetzendorf und in Buch Süd wirken sich auch negativ aus und beeinträchtigen die Frischluftversorgung der Nordstadt.” 

Kiebitze kommen unter die Räder 

Besonders stört den Naturschutzverband zudem der bedenkenlose Umgang mit der einzigartigen Tierwelt des Knoblauchslandes. Der Umweltbericht benennt klar die Konflikte vor allem bei den bodenbrütenden Vögeln. Kiebitz und Rebhuhn haben beide auf der Roten Liste den Status 2 und gelten damit als stark gefährdet.

Für Kiebitze ist das Knoblauchsland das größte nordbayerische Vorkommen und das drittgrößte im Freistaat überhaupt. Doch auch hier gelten die Tiere als extrem gefährdet und eigentlich zählt jedes Brutpaar. „Zahlreiche Kiebitzküken werden auch im Knoblauchsland überfahren. Daher ist ein Straßendurchbau für die kleinen Vögel katastrophal”, argumentiert Wolfgang Dötsch, Biologe beim BN. „Die Eltern sind zudem extrem brutplatztreu, sodass die vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen mehr als fraglich sind.”

Sogar Verkehrsgutachten ermittelt mehr Verkehr

Das vorgelegte Verkehrsgutachten zur Bamberger Straße zeigt eindeutig, dass es für alle Planfälle zu einer erheblichen Mehrbelastung der Kriegsopfersiedlung an der Raiffeisenstraße kommt. Mit bis zu 1.800 Fahrzeugen muss man hier zusätzlich rechnen. Dies liegt jedoch im Bereich der prognostizierten Entlastungen oder überschreitet diese sogar. Selbst geringfügige Entlastungen rechtfertigen aus Sicht des BN keine Straßenplanung in diesem Umfang. Bereits jetzt vor der Baumaßnahme ist die Raiffeisenstraße wesentlich stärker belastet als die Schleswiger Straße und die Schnepfenreuther Hauptstraße.

Dabei hat das Verkehrsgutachten sogar schwerwiegende Mängel. So findet die Schaffung einer durchgehenden, geraden Ost-West-Verbindung von der
Kriegsopfersiedlung bis zur Äußeren Bayreuther Straße keine Beachtung. Auch die zusätzliche Attraktivität für Lkw-Verkehr bei nun 50 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung auf fast der ganzen Bamberger Straße wird ignoriert.

„Selbst das Verkehrsgutachten spricht an der Kreuzung Raiffeisenstraße/Marktäckerstraße von einem Kipppunkt des Machbaren. Wir müssen davon ausgehen, dass eine Verkehrslawine den Ortsteil überschwemmt und das Straßensystem überlastet”, befürchtet Dr. Elfriede Kolb-Eisner von der
BN-Ortsgruppe.

„Nach derzeitiger Aktenlage bestehen erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans. Der BUND Naturschutz fordert aufgrund des
erwiesenermaßen fehlenden Bedarfs die sofortige Einstellung der Planung”, fasst Klaus-Peter Murawski die BN-Position zusammen.


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