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Kiebitze kümmern sich nicht um Vertreibung

Trotz massiver Vergrämungsmaßnahmen der Stadt Nürnberg haben Kiebitze am Wetzendorfer Landgraben erfolgreich gebrütet. BUND Naturschutz fordert sofortige Beseitigung der Flatterbänder.

Pressemitteilung vom 13. Mai 2026

„Kiwitt, Kiwitt, Kiwitt” schallt es tapfer am Wetzendorfer Landgraben. Wie gewohnt hatten sich im Frühjahr Kiebitze auf den Flächen eingefunden. Die Vögel sind für ihre Brutplatztreue bekannt. Der BUND Naturschutz hat gegen das Baugebiet Wetzendorf-Parlerstraße (Nr. 4641) Normenkontrollklage eingereicht. Trotz des laufenden und offenen Verfahrens startete die Stadt Nürnberg im Frühjahr massive Vergrämungsmaßnahmen und steckte weite Bereiche des Baugebiets mit störenden Flatterbändern ab. Gegen die Maßnahme hatte der BN zwar Einspruch erhoben, konnte sich aber vor Gericht nicht durchsetzen.

Kampf gegen Küken beenden!

Mittlerweile haben die Tiere sogar erfolgreich gebrütet. Spaziergänger können die possierlichen Küken mit ihren staksigen Beinen beobachten. „Ganz offensichtlich kümmern sich die Vögel nicht um die städtische Vertreibungs-Offensive“, bilanziert BN-Biologe Wolfgang Dötsch. „Trotzdem sind die langen Bänder, die an hohen Stecken angebracht wurden, eine massive Störung. Sie können leicht dazu führen, dass die eigentlich erfolgreiche Brut nun doch gefährdet wird. Aus unserer Sicht stellt die Maßnahme der Stadt Nürnberg daher einen klaren Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht dar. Denn nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz (Abs. 1 und 3) ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder die Lebensstätten wild lebender Tiere ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen. Wir fordern die Stadt Nürnberg daher auf, die Vergrämungsmaßnahmen sofort zu beseitigen!“

„Es ist Zeit, dass der Oberbürgermeister den unwürdigen Kampf gegen die kleinen Kiebitzküken sofort beendet und seine uneinsichtige Verwaltung in die Schranken weist”, fordert auch Dr. Elfriede Kolb-Eisner, 2. Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Knoblauchsland. „Die Stadt hat andere Probleme, als wehrlose Küken zu bedrohen.“

Knoblauchsland als Kiebitzparadies

Der Kiebitz gilt in der Roten Liste Bayern als stark gefährdet (Status 2). Die Population im Knoblauchsland ist die drittgrößte Bayerns und die größte im
nordbayerischen Raum. Auch wenn es nicht der Literatur entspricht, hat der kleinteilige Gemüseanbau mit Beregnung für die Schnepfenvögel ideale Bedingungen geschaffen.

Doch auch hier steht der Kiebitz unter Druck. Baugebiete kosten Lebensraum und auch der Straßenverkehr ist eine Gefahr. Der geplante Durchbau der Bamberger Straße wäre ein weiterer Einschnitt. Weil die Tiere extrem brutplatztreu sind, haben gesetzliche Ausgleichsmaßnahmen zudem oft keine Wirkung. „Jeder verlorene Brutplatz ist daher einer zu viel. Da die Tiere gemeinsam brüten und sich auch geschlossen gegen Feinde verteidigen, können Eingriffe durchaus mehr Tiere gefährden”, erläutert Wolfgang Dötsch.

„Wenn wir diese Charaktervögel des Knoblauchslandes erhalten wollen, gilt es als BUND Naturschutz jeden einzelnen Brutplatz zu verteidigen!”