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Geplantes Baugebiet Buch Süd

BN kritisiert: Der Verlust an landwirtschaftlicher Fläche im Knoblauchsland geht ungebremst weiter

Pressemitteilung vom 4. November 2026

Verbrauch weiterer wertvoller Ackerflächen

Im Süden des Stadtgebiets ist es Krottenbach, wo gebaut werden soll, im Norden betrifft es Buch. Am 30.09.26 wurden weitere 50.000 Quadratmeter bester Ackerböden durch Änderung des Flächennutzungsplans endgültig zur Bebauung freigegeben.

In den Jahren 2012 bis 2020 gingen in Nürnberg über 1,5 Millionen Quadratmeter an Ackerland verloren. Leider hält dieser Trend ungebrochen an, obwohl Nürnberg zu den am meisten versiegelten Städten Deutschlands gehört: In Wetzendorf sollen 31 Hektar, in der Schmalau Ost 8,6 Hektar, an der Volkacher Straße 4 Hektar und nun in Buch 5 Hektar zugebaut werden. Diese Fläche entspricht insgesamt 70 Fußballfeldern. Die Äcker dienen als „alternativlose“ Verfügungsmasse für kommunale Entwicklungsmaßnahmen.

Vom Fabrikgelände zum Stadtquartier – aber die Äcker sollen als Erstes bebaut werden

Die Hefefabrik Bast in Buch wurde 2022 geschlossen und kurz darauf ein Bebauungsverfahren (Bebauungsplan Nr. 4675) durch die Stadt eingeleitet. Im September 2023 stellte die Projektentwicklungsgesellschaft „Coloured Fields“ die Baupläne vor. Es stellte sich heraus, dass man es nicht bei dem Fabrikgelände belassen will, sondern zusätzlich umliegende Äcker bebauen will. Die historischen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des Bast sollen erhalten bleiben und als Wohnungen genutzt werden. Dementsprechend wurde nun der Flächennutzungsplan geändert und die landwirtschaftlichen Flächen in ein Baugebiet überführt.

Denn hier soll als Erstes gebaut werden, das alte, bereits versiegelte Bast-Gelände als „Altlast“ bleibt zunächst unberührt. Man kann nur hoffen, dass diese Fläche auch irgendwann, wie geplant, für den Wohnungsbau genutzt wird.

Letzter Wald wird gerodet

Das „Wäldchen“ im Süden der Entwicklungsfläche soll zwar nicht bebaut werden. Allerdings handelt es sich hierbei um einen naturnahen Laubwald im Sinne des Waldgesetzes und ein eingetragenes Stadtbiotop. Beim Umbau des Bestands in eine Parkanlage ist eine Rodung geplant, die die ökologische Wertigkeit stark verringern und die Waldeigenschaft ausschließen wird. Die Maßnahme ist so gravierend, dass dafür die gleiche Fläche neu aufgeforstet werden muss. Zusätzlich gibt es auf dem Gelände artenreiche Schrebergärten, Obstbaumwiesen und wertvolle Einzelbäume, die schützenswert sind.

„Der Bestand bei Buch ist der einzige echte Wald im zentralen Knoblauchsland außerhalb des Reichswalds. Eine Rodung kommt für den BN nicht in Frage. Der Wald muss im vollen Umfang erhalten werden“, fordert BN-Biologe Wolfgang Dötsch.

Fluglärm contra Bebauung

Auch eine mögliche Erweiterung der Fluglärmschutzzonen kann sich auf die Bebauung auswirken. Schon jetzt ist der nördliche Teil des Baugebiets im Bereich der Nacht-Schutzzone des Lärmschutzbereichs.

„Hier zeigt sich die ganze Absurdität der Nürnberger Stadtplanung“, bilanziert BN-Vorsitzender Klaus-Peter Murawski. „Man will kein Nachflugverbot, aber große Neubaugebiete mit Fluglärmbelastung. Aus unserer Sicht darf keinesfalls weitergeplant werden, bis die Fluglärmschutzzonen feststehen. Alles andere wäre verantwortungslos gegenüber den zukünftigen Bewohnern.“

Boden ist eine wertvolle, nicht vermehrbare Ressource

Leider wird immer noch so gehandelt, als gäbe es kein Morgen. Flächensparziele werden zwar beschlossen, aber sie werden nicht umgesetzt. Entgegen dem Bürgerbegehren „Nürnberg grün und lebenswert“ greift die Stadtplanung immer noch hektarweise auf Grünland zurück und kommt damit den wirtschaftlichen Wünschen der Bauträger nach. Die Innenentwicklung dagegen wird nicht ausreichend ausgeschöpft, weil sie kleinteiliger und komplizierter ist.

Dringend Bewusstseinsänderung erforderlich!

„Grund und Boden sind keine beliebige Verfügungsmasse. Die Bewertung landwirtschaftlicher Flächen ist völlig unzureichend“, argumentiert die stellvertretende Ortsgruppensprecherin, Dr. Elfriede Kolb-Eisner. „Sie sind die Lebensgrundlage der örtlichen Bauern, dienen, auch im Krisenfall, der regionalen Versorgung. Darüber hinaus sind sie wichtige Teile der gewachsenen Kulturlandschaft, Erholungsgebiet und nicht zuletzt haben sie auf das Klima eine kühlende Wirkung.“

Der Bund Naturschutz fordert daher

Hände weg vom weiteren Ausverkauf weiterer landwirtschaftlicher Flächen im Knoblauchsland und anderswo!

Kategorischer Verzicht auf weiteren Straßenbau sowie auf Wohn- und Gewerbeflächenausweisung auf Kosten von Biotopen und landwirtschaftlichen Nutzflächen!


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Geplantes Baugebiet Buch Süd