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Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026

Natur- und Klimaschutz sind zentrale Themen bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026. Der BUND Naturschutz Nürnberg möchte diese existenziellen Themen in allen Facetten in das Zentrum der demokratischen Auseinandersetzung bei den Stadtrats- und OB-Wahlen stellen. Dabei verkennen wir die Bedeutung der Fragen zur Wirtschaftsentwicklung und zur Gesundheits- und Sozialpolitik, zu Schule und Kultur und zum Wohnungsbau nicht, sondern werben für innovative Ideen statt des bräsigen „Bauen, Bauen, Bauen!“ aus der Steinzeit der Politik. 

9.000 Wohnungen könnten durch Aufstockung und Dachgeschossausbauten geschaffen werden. Warum soll stattdessen die vergleichbar geringere Zahl von 1.500 Wohnungen am Wetzendorfer Landgraben mit ihrer Vernichtung einer jahrhundertealten Kulturlandschaft und der Lebensräume vieler Arten Vorrang haben? Warum sind im Haushaltsentwurf der Verwaltung die bescheidenen 50.000 € für das Biodiversitätskonzept wieder nicht enthalten? Wird das Mobilitätskonzept weiter umgesetzt, wie stehen die Parteien zur Vernunftvariante beim Frankenschnellweg, die von den eigenen Verkehrsplanern entwickelt wurde? Wie bekommen wir viele neue Bäume in die Stadt und wann endlich hat der Erhalt alter großkroniger Bäume Vorrang, wann wird die Baumschutzverordnung an die Klimakrise angepasst? Was tut die Stadt darüber hinaus für die Klimaresilienz der Stadt durch Wandkühlungen in Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen? Hat das überhaupt jemand im Rathaus auf dem Schirm? 

Diese und viele andere wichtige Fragen stellen wir mit den Wahlprüfsteinen. Alle demokratischen Parteien, die mit Fraktionen oder Gruppen aus der letzten Wahl heraus in den Stadtrat kamen, haben uns Antworten geschickt, die wir in der aktuellen Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift „Der Mauersegler“ dokumentieren, aber weder kommentieren noch bewerten. Machen Sie sich ein eigenes Bild, für dessen Grundlage wollten wir einen Beitrag leisten.

Podiumsdiskussion mit OB-Kandidat*innen

Am Dienstag, den 10. Februar 2026 um 18:00 Uhr laden wir in den Saal des Gutmann am Dutzendteich ein, um mit den OB-Kandidatinnen und -Kandidaten über unsere Wahlprüfsteine zu diskutieren. Seien Sie dabei!

Wahlprüfsteine im Überblick

  1. Das Klimaschutzkonzept der Stadt Nürnberg wird grundsätzlich begrüßt
    • Sind Sie bereit, die vom Klimabeirat und dem Klimaschutzgutachten vorgeschlagenen Maßnahmen zu ergreifen?
    • Wir befinden uns allerdings bereits in der Klimakrise mit Hitzeperioden und Starkregen. Wie stehen Sie zu konkreten Maßnahmen der Kühlung von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Seniorenwohnanlagen mit innovativer, umweltverträglicher Technik?
    • Welche Strategie soll Ihrer Auffassung nach die Stadt Nürnberg zur Ablösung der fossilen Energien verfolgen?
    • Welche kommunale Strategie sehen Sie beim Hochwasserschutz? Gewässerrenaturierung, Dachbegrünung, Entsiegelung …?
    • Sind Sie bereit, die im Klima-Gutachten der Stadt Nürnberg 2014/2019 festgestellten Kaltluftschneisen dauerhaft von Bebauung freizuhalten bzw. Kaltluftstromblockaden in diesen Schneisen zu beseitigen?
  2. Förderung nachhaltiger Mobilität
    • Wie beabsichtigt Ihre Partei, den Mobilitätsbeschluss des Stadtrats von 2021 weiter voranzubringen?
    • Welche prioritären Maßnahmen sollen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs umgesetzt werden?
  3. Frankenschnellweg – Ausbau vs. Alternativen
    • Wie positioniert sich Ihre Partei zum kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs?
    • Wie bewerten Sie die kostengünstigere Alternativlösung ohne Tunnel?
  4. Biodiversität schützen und stärken
    • Welche vorrangigen Maßnahmen sieht Ihre Partei zum Schutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt in Nürnberg vor?
    • Sind Sie bereit, die erforderlichen Haushaltsmittel für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie bereitzustellen?
  5. Landschafts- und Naturschutzgebiete ausweisen
    • Setzt sich Ihre Partei dafür ein, das Moorenbrunnfeld als Landschaftsschutzgebiet sowie die Ziegellach und den Königshof als Naturschutzgebiete auszuweisen?
  6. Bäume als zentrale Ressource zur Klimaanpassung
    • Unterstützen Sie eine umfassende Novellierung der Baumschutzverordnung mit mindestens drei Eckpunkten:
      • Ausweitung des Geltungsbereichs auf das gesamte Stadtgebiet
      • Schutz aller Bäume mit einem Stammumfang ab 60 cm
      • deutliche Erhöhung der Zahl der Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume, die nicht mehr lebensfähig oder verkehrsgefährdend waren, nach dem Kronenflächen-Äquivalent und dem Stammumfang
    • Wie beurteilen Sie folgende konkrete Forderungen zum Baumerhalt und zur Neupflanzung:
      • Vorrang für Bestandsschutz für alte Bäume, weil ihre ökologische Wirkung durch Neupflanzungen nicht erreicht wird
      • starke Durchgrünung vorrangig der Altstadt und anderer Hitzehotspots zur Milderung der Aufheizung der Stadt.
      • kein Neubau eines Pflegeheims und damit ein Eingriff in den Altbestand hundertjähriger Eichen am Platnersberg
      • Verlegung der Stellplätze im Kronentraufbereich der Platanenallee am Prinzregentenufer im Sinne der Naturdenkmalverordnung
      • deutliche Ausweitung der Baumpflanzungen in den überwiegend baumlosen Straßen in der Südstadt und Weststadt und die Bereitstellung der dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen
      • Sind Sie bereit, sich für den dauerhaften Schutz des Baumbestandes vor allem durch Straßenbaumbewässerung und Baumscheibenertüchtigung einzusetzen?
  7. Bauen im Überschwemmungsgebiet
    • Wie steht Ihre Partei zur Bebauung im Überschwemmungsgebiet am  Wetzendorfer Landgraben?
    • Wie bewerten Sie als Alternative dazu die Umwandlung einer schlecht genutzten Gewerbefläche in eine Wohnbaufläche in Sündersbühl östlich der Fuggerstraße?
  8. Vorrang für Bauen im Bestand
  9. Überbauung von Verkehrsflächen
    • Befürworten Sie eine Machbarkeitsstudie zur Überbauung von Verkehrswegen und Parkplätzen mit Wohnungen?
  10. Grünflächen im Knoblauchsland sichern
    • Sind Sie bereit, die Grün- und Freiflächen des Knoblauchslands durch einen Bebauungsplan, der regelt wo gebaut werden darf und wo nicht, dauerhaft zu schützen? Das schließt die landwirtschaftlichen Freiflächen ein.
  11. Keine weitere Bebauung auf Grünflächen
    • Treten Sie dafür ein, dass keine weitere bauliche Versiegelung auf Grün- und Freiflächen erfolgt?
      Stadtratsbeschluss „Nürnberg grün und lebenswert“ vom 03.05.2023