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Demo gegen Nachtfluglärm

Schätzungsweise 1.000 Menschen kamen am Donnerstagabend zum Nürnberger Hauptmarkt, um für eine ungestörte Nachtruhe zu demonstrieren.

16.09.2026

Organisiert worden war die Kundgebung von der Nürnberger Fluglärm-Schutzgemeinschaft und der Kreisgruppe Nürnberg des BUND Naturschutz. Die Teilnehmenden kamen nicht nur aus Nürnberg, sondern auch aus Fürth, Erlangen und dem weiteren Umland – ein Zeichen dafür, wie viele Meschen in der Region vom Thema Fluglärm betroffen sind.

Seit 2023 hat sich die Anzahl der Nachtflüge am Nürnberger Flughafen um 30 Prozent erhöht. Warum soll bei uns nicht möglich sein, was sowohl bei einem etwa gleich großen Flughafen wie Memmingen als auch in Stuttgart mit viel mehr Flugbewegungen geht? 30 von 36 Verkehrsflughäfen in Deutschland haben ein Nachtflugverbot, wir fordern in Nürnberg also nichts Außergewöhnliches. 

Nachtfluglärm stoppen: Für unsere Gesundheit. Für unsere Nachtruhe. Für unsere Zukunft.

Die Demo eröffnete Reinhard Meys Klassiker „Über den Wolken“, wo die Freiheit gerne grenzenlos sein darf; darunter bevorzugen wir jedoch Stille.

Unterbrochen wurden die Redner immer wieder vom Lärm startender und landender Flugzeuge vom Band, aufgezeichnet an einem repräsentativen Sommerabend in der Nähe des Nürnberger Flughafens.

Der erste Redner, Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung, setzt sich im Gegensatz zu seinem Nürnberger Kollegen Marcus König für ein Verbot von Nachtflügen ein und forderte, deren Zahl als ersten Schritt nicht weiter zu erhöhen und in der Folge nach und nach zu reduzieren. 

Als Betroffener schilderte Jürgen Multrus eine von den regelmäßigen Starts und Landungen unterbrochene, schlaflose Nacht. Er fragte, wieso Franken als Bürger*innen zweiter Klasse behandelt werden, da wirtschaftliche Interessen des Flughafens offensichtlich wichtiger sind als die Gesundheit der Anwohner*innen.

Der Jugendmediziner Johannes Wilkes knüpfte daran an: Auch wenn man nicht immer davon aufwacht, registriert der Körper den nächtlichen Lärm und reagiert mit erhöhtem Blutdruck, der zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Auch Kinder leiden unter gestörtem Schlaf, was sich beispielsweise in einer schlechteren Lesefähigkeit niederschlägt.

Klaus-Peter Murawski, der erste Vorsitzende der Kreisgruppe Nürnberg des BUND Naturschutz, erklärte das Engagement seiner Organisation bei diesem Thema damit, dass auch der Mensch eine schützenswerte Art ist.

Zum Abschluss ging Robert Mahler, Stadtrat der Freien Wähler und Vorsitzender der Fluglärm-Schutzgemeinschaft, noch auf einige weitere Aspekte ein. Schallschutzfenster, deren Einbau der Flughafen finanziell fördert, nützen in den durch den Klimawandel heißer werdenden Nächten nichts, in denen man die Fenster öffnen muss, um zu lüften. Als weiteres Argument wird häufig vorgebracht, dass in der Nacht nur besonders leise Flugzeuge starten und landen dürfen. Diese Liste stammt jedoch aus den 90er Jahren und wurde seitdem zwar um neue Modelle erweitert, gleichzeitig wurde aber kein einziges gestrichen. Auch die höheren Gebühren für nächtliche Starts und Landungen zeigen offensichtlich nicht die gewünschte Lenkungswirkung, wenn sie die Zahl der Nachtflüge nicht verringern. Die Freien Wähler wollen nun einen Antrag in den Stadtrat einbringen, wenigstens in der Zeit von 0 bis 5 Uhr eine Kernnachtruhe am Flughafen einzuführen. 

Beendet wurde die Demo wieder musikalisch mit „Enjoy the Silence“ von Depeche Mode – ein hoffnungsvolles Motto für die Zukunft.

Pressemitteilung: BN fordert Kernnachtruhe am Flughafen