Der Warzenbeißer – Insekt des Jahres 2026
Sein Erscheinungsbild macht Decticus verrucivorus – so sein wissenschaftlicher Name – unter den ca. 45 Heuschreckenarten, die in Nürnberg vorkommen, unverkennbar. Mit der bulligen Körperform und einer Länge von bis zu vier Zentimetern zählt er zu den größten Angehörigen seiner Familie.
Seinen Namen erhielt der Warzenbeißer aufgrund des Volksglaubens, dass sein Biss gegen Warzen helfen soll. Wir raten auch aus Tierschutzgründen dringend davon ab, die Wirksamkeit dieser Maßnahme auszuprobieren ;-)
Kornburger SandAchse einziges Vorkommen im Stadtgebiet
Obwohl er eigentlich in ganz Europa heimisch ist, gilt der Warzenbeißer als sehr selten und wird auf der Roten Liste Bayerns sowie Deutschlands als „gefährdet“ eingestuft. In Nürnberg kommt die Art praktisch nur bei Kornburg vor. In den Reichswaldenklaven Brunn und Netzstall kann man die Art ebenfalls finden. Auf den Kornburger Biotopflächen des BUND Naturschutz ist der Warzenbeißer jedoch regelmäßig anzutreffen.
Das hängt mit seinen Vorlieben zusammen: Viele Heuschrecken sind auf magere und wenig bewirtschaftete Biotope angewiesen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft schwinden diese Lebensräume, Populationen werden isoliert und haben es schwer, sich fortzupflanzen. Gerade dieser Tiergruppe macht die Agrartechnik besonders zu schaffen, denn modernen Breitreifen und Kreiselmähwerken können sie nur schlecht ausweichen.
Aufmerksamkeit für bedrohte Lebensräume
Die Wahl des Warzenbeißers zum Insekt des Jahres soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, Magerrasen und extensiv genutzte Wiesen zu erhalten. Er ist damit auch Botschafter für alle anderen Arten, die auf diese gefährdeten Lebensraumtypen angewiesen sind.
Um das Überleben der Art zu unterstützen, schafft der BN auf seinen eigenen Biotopflächen vernetzte Lebensräume und setzt auf eine schonende Pflege durch das Mähen mit der Sense.
Der grün oder braun gefärbte Hüpfer kann fliegen, bewegt sich aber lieber springend fort. Er ernährt sich hauptsächlich pflanzlich, verschmäht aber auch andere Insekten nicht. Wir hoffen, dass er sich auf unseren Flächen so wohl fühlt, dass er auch in Zukunft Besucher*innen mit seiner markanten Erscheinung in Erstaunen versetzt.





