Zur Startseite

BN-Interkulturell

Gentechnik, Ernährung, Marktschirm

Heilkräutergarten Hallertor

Ortsgruppen

Zabo/Dutzendteich

Ziegelstein/Buchenbühl

Publikationen

  • Home  › 
  • Aktuelles

Schmetterling des Jahres: der Schachbrettfalter

Der Schachbrettfalter (Melanargia galathea) ist der Schmetterling des Jahres 2019. Die früher häufige Art leidet unter der Intensivierung der Landwirtschaft. Auf den BN-eigenen Heideflächen in Kornburg ist der Falter dank umfangreicher Schutzbemühungen jedoch noch regelmäßg anzutreffen.

21.08.2019

Das typische namensgebende Schwarzweißmuster macht den Schachbrettfalter unverwechselbar. Er kommt in Mittel- und Osteuropa sowie Nordafrika vor und gehört mit einer Spannweite von 40 bis 50 Millimetern zu den mittelgroßen Faltern.

Die rosa gefärbten Raupen überwintern in der Streu am Erdboden, ohne vorher Nahrung aufzunehmen. Erst im März des Folgejahres beginnen sie, an verschiedenen Gräsern zu fressen. Die älteren Raupen sind dicht  behaart und entweder graubraun oder grün gefärbt. Zunächst sind die Raupen tagaktiv, später fressen sie nur noch nachts.

Ab Mai verpuppen sich die Tiere in einem Gespinst am Erdboden. Die Schmetterlinge schlüpfen ab Mitte Juni und ernähren sich dann hauptsächlich vom Nektar violetter Blüten wie Flockenblume, Kratzdistel oder Skabiose.

Ein Allerweltsschmetterling macht sich rar

Als typischer Schmetterling der Kulturlandschaft ist der Schachbrettfalter vor allem durch die intensive Landwirtschaft mit ihrem viel zu hohen Düngereinsatz und der zu frühen Mahd von Wiesen bedroht. Der markante Tagfalter ist in Deutschland zwar noch nicht gefährdet, allerdings sind die Bestände dramatisch eingebrochen, da die Schmetterlinge nährstoffarme, blütenreiche Wiesen brauchen, die erst spät gemäht  werden. Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier einzeln zu Boden fallen, teilweise während des Fluges. Solche Lebensräume, die früher alltäglich waren, sind heute die Ausnahme. So sind Schachbrettfalter inzwischen auf Restflächen wie verwilderte Wegränder, Brachen und Böschungen zurückgedrängt worden, da die meisten Wiesen für sie nicht mehr in Betracht kommen. Nur eine Trendwende im Artenschutz, wie sie das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt vorsieht, kann dem kontrastreichen Gaukler helfen.

BN schafft Insektenparadiese in Nürnberg

„Rettet die Bienen!“ – das  Motto des erfolgreichen Volksbegehrens passt hervorragend zur Arbeit des Nürnberger BUND Naturschutz: 260.000 Quadratmeter Biotope und Gärten betreut der Naturschutzverband, über 70.000 Quadratmeter Blühflächen wurden in den letzten eineinhalb Jahrzehnten bei Kornburg erworben und angelegt. Dort tummeln sich neben zahlreichen Schachbrettfaltern auch viele andere mehr oder weniger bedrohte Schmetterlinge, Heuschrecken und sogar die extrem seltene Heidelerche. Trotzdem ist das für das gesamte Stadtgebiet nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir Natur nicht in der gesamten Fläche schützen und einen wirksamen Biotopverbund schaffen, werden viele Tiere und Pflanzen aus Nürnberg verschwinden. Ein flächendeckender Biotopverbund ist eines der zentralen Ziele des Volksbegehrens. Daneben sollen zehn Prozent der Naturflächen in Blühflächen umgewandelt werden. Dies kommt neben Bienen auch Schmetterlingen zugute, da normale Wiesen zu oft und zu früh gemäht werden. Nur wenige Blüten bieten den Tieren kurzzeitig Nahrung. Lange Hungerphasen sind die Folge. Der BN geht hier auf seinen Biotopflächen mit gutem Beispiel voran!

So können Sie helfen

Auch Sie können die Lebensbedingungen für den Schmetterling des Jahres (und natürlich andere Insekten) verbessern: Legen Sie als Gartenbesitzer eine nährstoffarme und trockenwarme Wiese statt englischem Rasen an. Mähen Sie diese nicht komplett auf einmal, sondern mosaikartig. Und wenn Sie keinen eigenen Garten haben: Werden Sie Baumpate und gestalten Sie eine Baumscheibe in der Stadt insektenfreundlich. Auch solche kleinen Inseln können manchen Arten bereits zur Nahrungssuche oder als Lebensraum dienen.