Umweltaktionstag der Religionen

Die Einbindung von Migranten ist einer der Schwerpunkte der Nürnberger BN-Arbeit. Daher bietet die Kreisgruppe jedes Jahr im Herbst einen gemeinsamen Aktionstag für die Religionsgemeinschaften der Südstadt an. Dabei wird eine Heidefläche bei Kornburg gepflegt und geschützt.

„Willkommen in der Prärie!“

Unter diesem Motto veranstaltet die Kreisgruppe Nürnberg in Kooperation mit dem Friedensweg der Religionen seit 2009 den Umweltaktionstag der Religionen. Vorbildhaft treffen sich im „Arbeitskreis Friedensweg der Religionen“ christliche und muslimische Gemeinden der Südstadt zu Dialog und Kooperation. Aufgrund der starken Zuwanderung ist die gemeinsame Gesprächsbasis von unschätzbarem Wert. Neben den evangelischen Gemeinden St. Markus, Christuskirche und Lichtenhof ist vor allem die Eyüp-Sultan-Moschee (DITIB) und seit 2015 auch die Islamische Gemeinde Nürnberg IGN engagiert. Kleinere Gemeinschaften wie die überwiegend pakistanische Ahmadiyya-Gemeinde und die Baptisten-Gemeinde am Südring stellen oft zahlreiche Teilnehmer. Die Begegnungsstätte Brücke/Köprü ist wichtiges Bindeglied.

„Naturzufluchten“

Vor allem Kinder und Jugendliche aus den Gemeinden erleben hier Naturschutz hautnah bei der gemeinsamen Mahd. Esel, Ziegen und Schafe sind nicht nur Biotoppfleger, sondern auch Streichelzoo. Der Bayerische Jugendring förderte daher das Projekt unter dem Titel „Naturzufluchten“ und bot für Flüchtlingskinder und andere Teilnehmer eine Wiesenolympiade mit vielen Spielen. Umweltpädagogin Barbara Philipp führte durch das vielfältige Nürnberger Stadtgebiet und schaffte so bei Migrantenkindern frühzeitig regionale Identität.

Einsatz für Bergsandglöckchen – Natur sagt Danke!

Über 45.000 Quadratmeter sandige Heideflächen hat der BN in Kornburg im Rahmen der SandAchse erworben. Diese „Prärie“ ist trittfester Naturerlebnisraum und gut für einen Aktionstag geeignet. Die Biotope sind für alle Menschen frei betretbar und somit eine natürliche Erholungslandschaft.

Gemeinsam wird ein kleines Biotop im Mosaik der Flächen mit Sensen gemäht. Dann sammeln die Aktiven das Mähgut mit Rechen und Heugabeln. Dank der schonenden Pflege gedeihen hier unzählige geschützte Blumen wie Sandgrasnelke, Bergsandglöckchen und Sandthymian. Bunte Heidenelken, Feuerfalter und Zauneidechsen danken den Einsatz ebenfalls.

Über 30 vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten kommen auf den Heideflächen des BUND Naturschutz in Kornburg vor. So tragen Christen und Muslime gemeinsam zur Bewahrung der Schöpfung bei.

Partnerschaft beim gemeinsamen Picknick

Während der „Arbeit” und beim gemeinsamen Picknick entwickeln sich zahlreiche interessante Gespräche und Begegnungen, Kontakte werden geknüpft und gefestigt. Mit über 80 Teilehmern im Jahr 2016 ist der Umwelttag die größte ehrenamtliche Naturschutzaktion im Nürnberger BN. Nicht umsonst wurde die Aktion 2016 mit dem Umweltpreis der Stadt Nürnberg prämiert. Für die beteiligten Muslime und Christen ist dies in Zeiten einer schwierigen öffentlichen Diskussion ein besonderer Ansporn.

Der BUND Naturschutz würde sich freuen, wenn auch in den nächsten Jahren möglichst viele Menschen aus allen Kulturen den Weg zum Umweltaktionstag finden. Die Pflanzen und Tiere des trocken-warmen Biotops sind uns hier schon weit voraus, ist ihre Heimat doch oft der Mittelmeerraum zwischen Spanien und der Türkei.