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Wasser, Wald und Wegerich – Natur erfahren im Nationalpark Müritz

Projekt der Jugendgruppen „Waldforscher“ (Fürth) und „Spechte“ (Nürnberg) vom 01. bis 09. August 2017

Im Nationalpark Müritz liegt ein See neben dem anderen, verbunden durch zahlreiche kleine Bäche und Flüsse inmitten dichter Wälder. Wie ist diese urwaldartige Landschaft entstanden? Wieso ist sie Nationalpark geworden? Welche schützenswerten Tiere und Pflanzen leben hier?

Die Jugendgruppen „Waldforscher“ aus Fürth und „Spechte“ aus Nürnberg starteten am 01. August 2017 zu einer Erforschung des Nationalparks Müritz. Im Vorfeld hatten die Jugendlichen bereits zu verschiedenen Themen Referate erarbeitet, mit deren Hilfe sie während der Zugfahrt die übrigen Teilnehmer über die Entstehung der Landschaft und die Ökologie informierten.

Im Nationalpark wurde die Natur sowohl vom Wasser aus mittels ausgedehnter Bootstouren als auch durch Waldwanderungen sowohl bei Tag als auch in der Nacht erforscht. Konkrete Ziele waren dabei Fledermäuse und Biber, aber auch die dortigen Wasservögel. Mithilfe eines Bat-Detektors und Bestimmungsbüchern wurden die feuchten und trockenen Biotope untersucht und die Ergebnisse in einem Exkursionsführer festgehalten. Bei einer nächtlichen Führung im dortigen Nationalparkzentrum erfuhren die Jugendlichen von dem bedrohlichen Rückgang der Artenzahl bei den Nachtfaltern. Waren in den 80er Jahren noch 130 verschiedene Arten in einer Sommernacht gezählt worden, so waren es in jener Nacht nur vier!

Bei einem Tagesausflug nach Waren wurde das dortige Müritzeum besucht, in dem die Ökologie der Seenlandschaft dargestellt ist und eine große Aquarienausstellung zur Beschäftigung mit der heimischen Unterwasserwelt einlädt.

Diese intensiven Naturerlebnisse sensibilisierten die Jugendlichen für die Bedürfnisse und die Schutzwürdigkeit der Natur im Allgemeinen und von Seen und Mooren im Besonderen.

Neben der schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt ging es schließlich auch darum, fern von Stadt und Supermarkt mit einfachen Mitteln zu (über-)leben. Dazu wurden in den umliegenden Wäldern essbare Pflanzen und Pilze gesucht und diese gemeinsam über dem offenen Feuer bzw. auf einem Gaskocher zubereitet. Für das Sammeln und Zubereiten der Nahrung haben unsere Vorfahren einen großen Teil ihrer Zeit eingebracht; dies wurde auch auf der Exkursion erlebbar und die Jugendlichen über das reale Erlebnis zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und Handlungsweisen und zu einer ökologischen Lebensweise angeregt. Ganz konkret ging es dabei um die Erfahrung einer fleischlosen Ernährung und die klimaschädigenden Auswirkungen eines gedankenlosen Fleischkonsums. Trotz erfolgreicher Fertigstellung eines Bogens war die Jagd im Nationalpark leider ausgeschlossen.

Die  An- und Abreise erfolgt aus Gründen des Umweltschutzes mit der Bahn. Übernachtet wurde auf einem Campingplatz direkt am See.

Schön war's! Und wer weiß, vielleicht gibt's nächstes Jahr ein neues Projekt ...?!

Gefördert wurde das Projekt vom Bezirksjugendring Mittelfranken.