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Pressemitteilung 3/2006

Eichentod am Tucherweiher

Bund Naturschutz kritisiert Fällung eines Baumriesen durch die Tucher´sche Stiftung und fordert schärfere Prüfung von Fällungen.

Mit 3,20 Metern Umfang und einem Durchmesser von einem Meter gehörte sie sicher zu den ältesten Ziegelsteinern – die mächtige Eiche am Südende der Tucherweiher. Sie hat als junger Baum wohl schon die napoleonischen Kriege miterlebt.

Gefällt wurde sie  im Dezember von der Tucher´schen Stiftung. Angeblich war die Statik des Baumes durch einen abgebrochenen Ast unsicher, so dass er umzukippen drohte. Doch obwohl es sich bei den Tucherweihern um Landschaftsschutzgebiet und ausgewiesenes Biotop (Stadtbiotop Nr. 81) handelt, wurde die Untere Naturschutzbehörde nicht informiert. Vielmehr wurden die riesigen Stammstücke rasch entfernt, so dass der zuständige Sachbearbeiter nur noch den blanken Baumstumpf begutachten konnte. „Hier wollte man schnell reinen Tisch machen, damit der Eingriff nicht auffällt“, mutmaßt Franz Binder von der BN-Ortsgruppe in Ziegelstein. „Wir halten dieses Vorgehen in einem so sensiblen Bereich für ein Unding. Dass bei den gewaltigen Eingriffen rund um Autokino und Frankenbad die wertvollsten Bäume einfach sang- und klanglos abgeräumt werden, können wir nicht hinnehmen, da gerade diese Bäume den für die Menschen so lebensnotwendigen Sauerstoff produzieren.“

Der Bund Naturschutz fordert die Tucher´sche Stiftung daher auf, bei derart imposanten Bäumen in Zukunft die Untere Naturschutzbehörde und einen Baumsachverständigen zu bestellen, der die Standsicherheit fachlich gut bewerten kann. Dann muss die Devise lauten „Rückschnitt vor Fällung!“. Gerade für die Tucher´sche Stiftung sind die damit verbundenen Mehrkosten sicher tragbar.

„Selbst bei schwer geschädigten Bäumen kann oft ein Stammabschnitt für Spechte und Fledermäuse stehen bleiben. Auch die gefällten Stämme stellen noch einen hervorragenden Lebensraum für Käfer und andere Kleintiere dar“, argumentiert Viola Gburek, Diplom-Biologin bei der BN-Ortsgruppe. „Wir wollen, dass alte Bäume als wertvolles Biotop respektiert werden.“