Schutz für Eibacher Forst

Mit der aktuellen Änderung des Flächennutzungsplans soll der Eibacher Forst endgültig als Waldfläche festgesetzt werden. Damit geht ein jahrzehntelanger Kampf um eine großflächige Rodung zu Ende. Der BUND Naturschutz begrüßt diesen Schritt und fordert zudem die Ausweisung als Bannwald und Landschaftsschutzgebiet.

Pressemitteilung vom 7. März 2018

Grau wird wieder zu Grün

„Hafenwald“ oder „Wald südlich der Wiener Straße“ nennen ihn seine Gegner gerne und suggerieren damit, dass der Eibacher Forst eigentlich Gewerbefläche werden sollte. Doch Bürger und Verbände stritten mit Erfolg vehement für den Erhalt eines der größten Nürnberger Wälder.

Im Februar 2018 wurde nun die Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet. Der BN begrüßt ausdrücklich die Ausweisung von ca. 25 Hektar „Gewerbefläche“ im Eibacher Forst als „Waldfläche“. Damit ist eine der zentralen Forderungen zum Schutz dieses wichtigen Waldgebiets erfüllt. Dieser ist unersetzbarer Bestandteil des Nürnberger Reichswalds und des EU-Vogelschutzgebiets. Gleichzeitig dient er den Bürgern der benachbarten Stadtteile als zentrale Erholungsfläche. Mit der Umwidmung im Flächennutzungsplan gehen Politik und Verwaltung einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Stadtentwicklung.

Waldverluste trüben Erfolgsbilanz

Marthwegausbau
Auch abseits des Eibacher Forsts geht Wald verloren, wie hier beim Marthwegausbau im Naturschutzgebiet Föhrenbuck. (Foto: W. Dötsch)

Angesichts dramatischer Wald- und Baumverluste in Nürnberg und der unmittelbaren Umgebung kommt dem Erhalt des Eibacher Forsts gerade jetzt eine besondere Bedeutung zu. Der Ausbau des Autobahnrings um Nürnberg (A6-Ausbau, Autobahnkreuz Nürnberg Ost, aktuell A73-Ausbau) und diverse Baumaßnahmen im Bereich der Regensburger Straße (Postgelände, August-Meier-Heim) verschlingen z.B. erhebliche Waldgebiete. Dazu kommen zahlreiche kleinere Waldverluste gerade auch in der unmittelbaren Umgebung des Eibacher Forsts. Hier wären der Bau des großen Kreisverkehrs an der Einmündung Vorjurastraße/Wiener Straße und der Ausbau des Knotens Wiener Straße/Marthweg mit Eingriff ins Naturschutzgebeit Föhrenbuck zu nennen. Die FNP-Ausweisung kann die eklatant negative Waldentwicklung in Nürnberg daher nur leicht bremsen.

BN-Forderung: Pflege, Bannwald und Landschaftsschutzgebiet

Die Festsetzung des kompletten Eibacher Forsts als Waldfläche ist nun ein erster wichtiger Schritt, dem weitere Schutzmaßnahmen folgen müssen. So ist das Areal weder Landschaftsschutzgebiet (LSG) noch Bannwald. Sowohl LSG- als auch Bannwaldausweisung sind aber dringend notwendig, um den Eibacher Forst dauerhaft zu sichern. Die Stadt Nürnberg sollte diese wichtigen Schritte daher bald durchführen bzw. vorbringen.

Für den Naturschutz hat der über drei Quadratkilometer große Eibacher Forst erhebliche Bedeutung. Zahlreiche Vögel und Reptilien sind gerade auf große Wälder angewiesen. Die markanten Kreuzottern sorgten immer wieder für Aufsehen.

Aufgrund der langen Diskussion als Gewerbefläche blieben waldbaulich positive Maßnahmen weitgehend aus. Die Änderung des FNP bietet Chancen, auch in der Pflege des Walds deutliche Verbesserungen zu erzielen. Vor allem feuchte Bereiche südlich des Entengrabens sollten hier vorrangig entwickelt werden. Der Biber ist hier 2017 eingezogen und gestaltet gerade sein sumpfiges Waldgebiet. Des Weiteren ist ein Umbau des Kiefernforsts zu einem artenreichen Mischwald durchzuführen.

Der BUND Naturschutz und insbesondere die Ortsgruppe Eibach/Röthenbach wird den Prozess kritisch und konstruktiv begleiten.

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