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BUND Naturschutz überglücklich

Praktisch ein Fünftel der Nürnberger Wahlberechtigten hat das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ unterstützt. Damit hat die zweitgrößte Stadt Bayerns wesentlich zum Erfolg beigetragen.

Pressemitteilung vom 13. Februar 2019

Glücklich und dankbar reagiert der BUND Naturschutz auf den Erfolg des Volksbegehrens Artenschutz. „Die Menschen in unserem Land haben erkannt, dass wir nicht mehr so weiterwirtschaften können. Wir haben keinen „Planet B“, so Wolfgang Dötsch, BN-Biologe.

Es war eine ganz großartige Erfahrung war, wie viele Gruppen, aber auch Privatpersonen solidarisch zusammenarbeiteten, bei Eiseskälte die Flugblätter verteilten, als Rathauslotsen den Weg zu den Eintragungsorten wiesen. Unser Nürnberger Bündnis kann stolz auf sich sein!

Aber auch den Prominenten, allen voran dem Oberbürgermeister Dr. Maly, möchten wir für ihre Unterstützung danken.

Der BUND Naturschutz sieht sich bestätigt in seinem langjährigen Einsatz für lebendige Bäche – gerade auch in Nürnberg –, wenn jetzt auch in Bayern Gewässerrand-Schutzstreifen Gesetz werden sollen. Seit über einem Jahrzehnt kümmert sich der Naturschutzverband im Rahmen des AGENDA-21-Projekts „Die Stadt und ihre Bäche“ um die Renaturierung von kleinen Fließgewässern. Oft werden mehrere Bachabschnitte pro Jahr naturnah gestaltet, wie z.B. 2019 am Eichenwaldgraben im Nürnberger Süden. Doch ohne feste Gewässerrandstreifen wird der Erfolg deutlich geschmälert. Ein naturnaher Bach braucht auch sauberes Wasser ohne eingeschwemmte Düngemittel und Pestizide.

Auch den Reichswald wird es freuen, wenn der Staatsforst explizit auf Förderung der Artenvielfalt als vorrangiges Ziel verpflichtet wird. „Wir hoffen, damit Fehler der so genannten Forstreform zu korrigieren“, argumentiert der 2. BN-Vorsitzende Oliver Schneider. „Großmaschineneinsatz und Gewinnorientierung haben uns im Reichswald ein waldbauliches Desaster hinterlassen.“

Jetzt ist der Landtag am Zug: Er muss das Gesetz übernehmen – oder ein eigenes vorlegen. Für diesen Fall, mit dem wir fest rechnen, kommt es zum Volksentscheid: Entweder bei der Europawahl oder bei den bayerischen Kommunalwahlen.

Wir können unsere Hände also nicht in den Schoß legen. Wir werden weiter intensiv werben für den Artenschutz und eine Ökologisierung der Landwirtschaft. Der Europawahl kommt hier eine besondere Bedeutung zu, denn die bisherige Agrarsubventionspraxis (wer viel hat, bekommt viel, egal welchen Schaden seine Wirtschaftsweise anrichtet) muss sich dringend ändern. Andere Länder haben das schon eingesehen, bisher blockiert Deutschland. Wir werden die Kandidat*innen für das Europaparlament prüfen, ob sie für eine natur- und klimaschützende Agrarwende eintreten.

Der Ausgang des Volksbegehrens gibt uns die Zuversicht, dass wir die Mehrheit der Menschen in unserem Land dabei hinter uns wissen.

Pressemitteilung als PDF zum Download