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Kräuterspaziergang am Valznerweiher

Rund um den Valznerweiher wird nicht nur guter Fußball gespielt, hier existiert auch einer der letzten naturbelassenen Urwälder im Stadtgebiet. Erlen, Eschen und Weiden gehören zu den typischen Bäumen. Sumpfdotterblumen, Riedgräser und die seltene Schlangenwurz wuchern in zahllosen Tümpeln.

Eine gute Beobachtungsgabe ist für den Doktor aus der Natur unerlässlich. Leicht können auch ungenießbare oder sogar giftige Pflanzen in den Sammelbeutel wandern. So kam es nach der Renaissance des Bärlauchs zu tödlichen Vergiftungen mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose.

Auch das Sammeln will gelernt sein. Je nach Pflanzenart muss man im Frühjahr bis zum Herbst auf die Suche gehen. Viele Pflanzen werden im Frühsommer vor der Blüte gesammelt, da sie dann die meisten Inhaltsstoffe haben. Manche sammelt man allerdings erst zur Blütezeit, wie den häufigen Beifuß. Ihn kann man von Juli bis in den Herbst ernten. Er hilft nicht nur im Kampf gegen den fetten, weihnachtlichen Gänsebraten, sondern allgemein gegen Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit.

Manche Heilpflanzen haben rein historische Bedeutung, wie der bekannte Wurmfarn. Zwar hilft er tatsächlich gegen Bandwürmer. Allerdings sind seine Inhaltsstoffe so toxisch, dass er bei falscher Dosierung auch für den Menschen tödlich wirkt. Harmlos nimmt sich dagegen die große Gruppe der Weiden aus. Diese vielfältigen Büsche und Bäume gedeihen im Urwald am Valznerweiher bestens. Früher hat man aus der Rinde einen bitteren Sud gekocht, der jedoch ein wirksames Schmerzmittel war. Die aus dem Aspirin bekannte Acetylsalicylsäure hat von der Weide ihren Namen (Weide = lat. Salix).

Typisch für den Auwald sind außerdem Holunder und Hopfen. Holunderblüten wirken schweißtreibend und der Tee ist ein wirksames Mittel bei fiebrigen Erkältungen. Hopfenfrüchte kann man auch in nichtalkoholischer Form zu sich nehmen. Dann stellt sich die Beruhigung zudem ohne dramatische Nebenwirkungen ein.

Auch im Unterwuchs des Urwalds sprießt es heilkräftig. Die Brennnessel ist zwar dem Wanderer verhasst, ihre positive Wirkung bei Gicht und Rheuma ist jedoch seit dem Altertum geschätzt. Eine andere Pflanze wurde früher bei Gicht eingesetzt: Giersch ist als nahezu unausrottbares Unkraut der Schrecken der Gärtner, aber ebenso schmackhaft wie gesund.

Große Bedeutung hatten früher natürlich Pflanzen mit antiseptischer Wirkung. Breit- und Spitzwegerich wachsen am Ufer des Valznerweihers zusammen mit der Schafgarbe (Achillea millefolium). Letztere hat ihren wissenschaftlichen Namen vom griechischen Helden Achill erhalten, der als fast unverwundbar galt.

Ähnlich gestärkt und gerüstet genossen die Besucher des Heilkräuterspaziergangs im Anschluss ihren Hopfensud im benachbarten Inselrestaurant.