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Missstände im Staatsforst in Zeiten des Klimawandels

Noch nie wurden unsere Wälder so stark von der Bevölkerung für Freizeit und Erholung genutzt wie in diesen Pandemie-Zeiten. Und so hat mancher gerade jetzt besonders gespürt, welch unschätzbaren Wert diese Wälder für das emotionale Wohlbefinden haben! 

So auch im Nürnberger Reichswald. Und vielen fällt spätestens jetzt auf, wie intensiv dieser stadtnahe Wald gleichzeitig von einer immer industrielleren Forstwirtschaft genutzt und geprägt wird.

Zunehmende Industrialisierung der Forstwirtschaft

Scheinbar unaufhaltsam setzt sich ein Trend durch, der schon seit Jahren zu beobachten ist: Im bayerischen Staatsforst, aber auch in vielen anderen Bundesländern wird der Wald immer mehr gewinnorientiert bewirtschaftet und den Erfordernissen und Begehrlichkeiten der Holzindustrie unterworfen. Konkret heißt das:

  • Der Holzeinschlag (Fachjargon: „Hiebsatz“) wurde in den letzten Jahren erhöht.
  • Forstwege werden ggf. allwettertauglich befestigt, teils verbreitert und den Erfordernissen des Schwerlastverkehrs angepasst.
  • Ein immer dichteres Netz an sogenannten „Rückegassen“ wird immer konsequenter quer zu den Haupterschließungswegen mindestens alle 30 Meter in den Wald getrieben, auf denen die großen Holzerntemaschinen, sogenannte „Harvester“ und „Forwarder“, fahren und Bäume in Sekundenschnelle „ernten“. Der Wald ändert sein Gesicht in Richtung Holzplantage.
  • Es gibt keine Schonzeiten mehr für den Wald: Ganzjährig und selbst in der Vogelbrutzeit finden „just in time“ Einschläge statt, wie es Sägewerke und Holzindustrie gerade ordern. Auch auf die Witterung wird meist keine Rücksicht mehr genommen. Statt wie traditionell üblich nur bei trockenem oder gefrorenem Boden werden heute selbst völlig aufgeweichte Böden mit tonnenschweren Maschinen befahren und Holz gerückt. Langfristige Bodenverdichtungen und Wurzelschäden sind dabei oft unvermeidbar.
  • Forstpersonal wurde immer mehr ausgedünnt, die Vergabe der Hiebmaßnahmen erfolgt oft nur noch an ortsfremde Subunternehmen mit entsprechendem Maschinenpark.

Der Kampf gegen die Forstreform 2004

Viele Waldexperten und Naturschützer hatten diese unheilvolle Entwicklung schon 2004 vor Einführung der sogenannten „Forstreform“ vorausgesehen, so auch der BUND Naturschutz. Deshalb initiierte er im Herbst 2004 mit einem breiten Bündnis das Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“, um diese befürchteten Fehlentwicklungen zu stoppen. In den meisten Regierungsbezirken durchaus erfolgreich, so wurde damals in Mittelfranken die hohe 10-Prozent-Hürde mit 11,6 % locker genommen, in manchen Nürnberger Stadtteilen unterschrieben mehr als 20 % der Bürger. Leider verfingen damals gerade in ländlich geprägten Landkreisen teils massive Desinformationskampagnen von Bauernverband, Waldbesitzerverband und der eng verflochtenen CSU-Staatsregierung, die versprach, an der nachhaltigen und naturschonenden Forstwirtschaft würde sich nichts ändern. Letztlich ging das Volksbegehren knapp mit 9,3 % verloren. Am Ende fehlten nur 60.000 Stimmen. Dies hat Folgen bis heute. Denn leider muss man feststellen, dass die vom damaligen Ministerpräsident Stoiber gemachten Versprechen weitgehend gebrochen wurden.

Ziele und Hintergründe der Forstreform

Stoiber peitschte die Forstreform danach durch, die alte staatliche Forstverwaltung wurde in die „Bayerischen Staatsforsten“ (BaySF) umgewandelt. Die damalige CSU-Alleinregierung verfolgte dabei zwei zentrale Ziele:  

  1. Die Wälder im Besitz des Bundeslands Bayern (sogenannter „Staatsforst“) sollten künftig rein profitorientiert bewirtschaftet werden und dauerhaft Gewinne in die bayerische Staatskasse abführen. Dies gelang auch zumindest bis zum Dürresommer 2018, als der Klimawandel endgültig durchschlug. Aber zu welchem Preis? Schlagreife Bestände wurden vermehrt genutzt und zu Geld gemacht, die Wälder wurden insgesamt lichter, die Widerstandskraft gegen die Auswirkungen des Klimawandels dadurch zusätzlich geschwächt Es bietet sich immer wieder ein Bild der Verwüstung, Wald wird tendenziell zum Holzacker degradiert, viele Bürger sind aufgebracht, der Naherholungswert sank, der naturschutzfachliche Wert ebenfalls. Die teuer erkauften Gewinne wären zudem dringend für den Umbau in naturnähere und stabilere Wälder gebraucht worden, anstatt waldfremde Dinge im Haushalt damit querzufinanzieren.
  2. Die alten, traditionellen Forstämter sollten zerschlagen werden, sie sollten ihre relative Eigenständigkeit und ihre hoheitlichen Rechte verlieren. Denn dies war manchem ein Dorn im Auge. Waren sie vorher Herr über ihre Waldflächen und konnten sich gegen andere Nutzungsansprüche und Vorgaben zur Bewirtschaftung ggf. wehren, so wurden die neu gegründeten „Forstbetriebe“ nun zu reinen Wirtschaftsunternehmen degradiert und damit politisch entmachtet. Einige ehemalige Forstamtsleiter, die sich bis dahin etwa gegen Bauprojekte schützend vor ihren Wald stellten und auch bei der Art der Bewirtschaftung relative Freiheit genossen, wurden danach zusammen mit vielen Revierförstern „aussortiert“  bzw. in den vorzeitigen Ruhestand geschickt  (nicht wenige davon waren BN-Mitglieder). Ersetzt wurden sie durch sogenannte „Forstbetriebsleiter“ mit deutlich dezimiertem Personal, denn auch die Zahl der Forstreviere wurde noch mal deutlich reduziert. Die hoheitlichen Aufgaben wurden nun dem Amt für Landwirtschaft und Forsten übertragen, aber das ist ein (gewollt) zahnloser Tiger.

     Der Klimawandel schlägt erbarmungslos zu

Wie mittlerweile jeder sehen kann, ist der lange Zeit abstrakte und nur in den Medien präsente Klimawandel tatsächlich mit voller Wucht auch bei uns angekommen. Lange Dürrephasen wie im Extremsommer 2018 werden immer häufiger, die Durchschnittstemperatur und die Spitzentemperaturen im Sommer steigen kontinuierlich an, Stürme nehmen zu, die Grundwasserpegel sind insgesamt gesunken. Es läuft gerade das Waldsterben 2.0, das Ausmaß ist in vielen Gegenden dramatisch.

Gerade in tiefen Lagen auf teils sandigen Böden wie im Nürnberger Reichswald geraten speziell die flach wurzelnde Fichte und die immer noch vorherrschende Kiefer dramatisch in Hitze- und Trockenstress. Ihre Widerstandskraft sinkt, als Folge werden sie Opfer von Borkenkäfern (Fichte) oder z.B. Kiefernprachtkäfern und Diplodia-Pilzen. Selbst Fachleute hat überrascht, wie häufig sich seit 2018 auch die bisher als robust eingeschätzte Kiefer verabschiedet. Verwunderlich ist das aber eigentlich nicht, denn beide Nadelbaumarten sind nur durch den Menschen so stark bei uns verbreitet und meist nicht standortgerecht. Ihre natürlichen Verbreitungsschwerpunkte sind kühle Bergwälder bzw. boreale Nadelwälder im hohen Norden.

Ursprünglich war der Nürnberger Reichswald ganz überwiegend ein Laubwald, dominiert von Rotbuche und teils Stiel- und Traubeneiche. Aber auch viele Laubbäume sind unter Druck, ein großer Teil weist ebenfalls Schadsymptome auf. Hier spielen neben der Klimaänderung auch spezifische Krankheitserreger eine Rolle, die teils von anderen Kontinenten eingeschleppt wurden. Beispiele hierfür sind seit Jahrzehnten das Ulmensterben oder seit einigen Jahren das Eschen-Triebspitzensterben.

Es gibt Hoffnung: Das Reichswaldumbauprogramm schenkt uns kostbare Zeit

Schon 1983 Jahre wurde nicht zuletzt auf Initiative und Drängen des BUND Naturschutz ein großangelegtes Programm zur Umwandlung der fast flächendeckend naturfernen, kargen und sehr anfälligen Kiefern-Monokulturen („Steckerleswald“) im Nürnberger Reichswald gestartet. Weitsichtige Forstamtsleiter in Nürnberg wie Karl-Friedrich Sinner, der spätere Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, trieben den Umbau in naturnahe, standortgerechte Wälder mit Macht voran. Auf einigen Tausend Hektar Fläche wurden im Laufe der Jahre Eicheln eingesät und junge Rotbuchen-Setzlinge sowie teils auch andere Baumarten gepflanzt. Ein wichtiger Helfer war und ist der Eichelhäher, der Eicheln vergräbt, die nahezu im gesamten Reichswald eine neue Waldgeneration unter den Kiefernwäldern bilden. Entscheidend für deren Aufwachsen und vor allem auch das der Pflanzungen ist, dass die übergroßen Rehwildbestände auf ein waldverträgliches Maß begrenzt wurden und werden.

Der Erfolg war durchschlagend und von großer Tragweite, wir können heute schon die Früchte dieser wertvollen Kraftanstrengung genießen. In vielen Gebieten im Lorenzer und Sebalder Reichswald steht schon der Laubwald von morgen (noch) unter dem schützenden Schirm der Kiefernkronen. Viele halten das für selbstverständlich und kennen es nicht anders, aber es war eine historische Leistung, der Reichswald hat sich dramatisch zum Positiven gewandelt. Dieser Vorsprung mit dem bereits über 30 Jahre alten dichten Laubwald der Zukunft schenkt uns kostbare Zeit, damit die Wälder soweit wie möglich im Kampf gegen den Klimawandel bestehen können. Allerdings muss dieser Waldumbau konsequenter fortgesetzt werden, denn die verbliebenen reinen Nadelwälder sind die Problembereiche. Laut aktuellen Zahlen des Forstbetriebs Nürnberg sind erst 12.250 Hektar, also etwa die Hälfte des Nürnberger Reichswalds, mit Laubholz unterbaut, im südlichen Reichswald noch weniger.

Waldbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels

Die langfristige Rettung der Wälder in trockenwarmen Regionen wie rund um Nürnberg hängt vor allem von zwei Voraussetzungen ab:

  1. Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad oder maximal 2 Grad
    Falls die Jahresdurchschnittstemperatur noch stärker steigt, wird es selbst für wärmetolerante einheimische Bäume wie Traubeneichen und Weißtannen kritisch. Und einfach Baumarten aus heißeren Klimazonen in den Wald zu setzen, ist nicht so einfach. Denn zum einen wird es trotz Klimawandel auch in Zukunft immer mal wieder strenge Frostnächte im Winter geben und das verkraften die meisten mediterranen und sonstigen Exoten nicht. Zum anderen würde das einen massiven menschlichen Eingriff in die natürliche Flora und in seit Jahrtausenden eingespielte Ökosysteme bedeuten. Unzählige Pilze und Insekten sind beispielsweise auf einheimische Baumarten spezialisiert, davon wiederum hängen ungezählte Vögel, Fledermäuse und weitere Tierarten ab. Erfahrungsgemäß sind nichtheimische Baumarten wie z.B. Douglasie, Roteichen und spätblühende Traubenkirsche aus Nordamerika bei uns sehr artenarm, es sind „grüne Wüsten“. Deshalb sollte man da sehr vorsichtig sein. Wenn schon auf bisher nicht natürlich vorkommende Arten gesetzt wird, dann sollten sie aus benachbarten Regionen kommen und schon jetzt im Weinbauklima in Deutschland vorkommen wie z.B die Esskastanie, der Französische Ahorn oder die Blumenesche. Nur im Notfall, wenn es gar nicht mehr anders geht, kämen Arten wie die Libanon- und die Atlaszeder bei uns in Frage.
  2. Die andere wichtige Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Wälder ist die Art, wie wir jetzt mit ihnen umgehen.
    Unbedingt notwendig ist die Bewahrung eines schützenden Waldinnenklimas. Nur geschlossene Bestände mit möglichst viel Blattmasse und entsprechend starker Verdunstungskälte und Schattenwurf haben auf Dauer die Resilienz, dem Klimawandel zu trotzen. In solchen intakten Wäldern ist die Temperatur an heißen Sommertagen um bis zu 8 Grad kühler als in stark aufgelichteten Waldstrukturen. Jeder noch gesunde Baum ist daher kostbar und wichtig zur Stabilisierung der dezimierten Bestände. Auch wenn Wälder einen Beitrag zur Senkung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre leisten sollen, muss so viel Biomasse wie möglich belassen werden, die Bäume müssen als Kohlenstoffspeicher im Wald bleiben.

Die Realität ist leider das exakte Gegenteil davon. Der Holzeinschlag im Nürnberger Reichswald nimmt immer besorgniserregendere Dimensionen an! Mancherorts gibt es schon heideartige, völlig offene Waldbilder. Die Grenze der Nachhaltigkeit wurde längst überschritten, d.h. es wird dem Wald mehr Holz entnommen als nachwachsen kann.

Einerseits werden gigantische Mengen absterbender, aber auch oft erst leicht geschädigter Kiefern und Fichten als Folge des Klimawandels hastig aus dem Wald geholt. Dabei ist das Argument, damit die weitere Ausbreitung von Schadinsekten zu verhindern, zumindest bei der Kiefer (Kiefernprachtkäfer etc.) gar nicht belegt. 

Andererseits werden zusätzlich erhebliche Mengen an noch gesunden Bäumen maschinell aus den Beständen geschlagen, die wir dringend bräuchten. Das Argument in geschickten PR-Kampagnen, die unter dem Schirm stehenden jungen Laubbäume bräuchten mehr Licht, ist oft nicht stichhaltig. Kiefern lassen viel Licht durch, der Reichswald ist ohnehin schon meist zu stark aufgelichtet. Erst recht fragwürdig ist das bei den vielen gepflanzten Rotbuchen und Weißtannen, die als Schattbaumarten auf den Schutz der Altbäume dringend angewiesen sind. Der Hauptgrund aber ist: Der Verkauf gesunder Bäume ist einfach lukrativ. Etwas mehr Ehrlichkeit wäre hier wünschenswert!

In Zeiten immer heißerer Sommer und langer Trockenphasen müssen die Wälder so dicht wie möglich bleiben. Wenn wir überall große Löcher in das Kronendach schlagen, sind sie der Sonneneinstrahlung und der Austrocknung schutzlos ausgeliefert. Wir müssen sehr aufpassen, dass wir unsere Wälder nicht „heiß schlagen“! 

Forderungen an eine naturgemäße und zukunftsfähige Waldwirtschaft

  • Verzicht auf die einseitige Gewinnorientierung
    Der Wald ist viel mehr als nur ein Holzproduktionsort für die Forstindustrie. Die vielfältigen Wohlfahrtswirkungen für Mensch und Natur sind unermesslich! Dies muss der Gesellschaft und dem Staat auch finanziell etwas wert sein.
  • deutliche Reduzierung des Holzeinschlags
    Die Holzvorräte im meist stark aufgelichteten Staatsforst müssen wieder zunehmen. Während ein natürlicher, ungenutzter Wald in Mitteleuropa über 1.000 Festmeter Holz pro Hektar aufweist, sind es im Nürnberger Reichswald kaum mehr als 200 Festmeter pro Hektar.
  • weitgehender Verzicht auf die Fällung gesunder Bäume
    solange klimabedingt durch Trockenschäden und Insektenbefall gigantische Mengen Schadholz und mehr oder weniger geschädigter Bäume aus dem Wald geschlagen werden.
  • Verzicht auf ganzjährige Hiebmaßnahmen
    Während der Vogelbrutzeit und bei ungünstiger Witterung mit erhöhter Gefahr für Bodenverdichtungen darf nicht gefällt und mit schwerer Forsttechnik in die Bestände gefahren werden.  
  • Verzicht auf ein flächendeckendes Rückegassen-Netz
    Dadurch entsteht zwar teilweise die Notwendigkeit für kostspieligeres motormanuelles Arbeiten, aber wir gewinnen erhebliche Holzbodenflächen, die sonst dauerhaft baumfrei bleiben müssten. Der Hauptvorteil läge aber in der Bewahrung eines natürlichen Waldcharakters im Gegensatz zur voll erschlossenen Holzplantage.
  • Verzicht auf die Ganzbaumernte
    Das vollständige Häckseln ganzer Bäume samt Kronen und allen Astwerks als Energieholz entzieht dem Wald wertvolle Biomasse und mindert den Kohlenstoffspeicher der Waldböden.
  • Konsequentes Belassen von stehendem Totholz im Wald
    da wertvolle Habitate für xylobionte Insekten, Spechte, Käuze etc.
  • Konsequentere Kartierung und Schonung von Biotopbäumen (Höhlen- und Horstbäume)  
  • Konsequente Schonung von Altholzbeständen
    Dies betrifft vor allem „Klasse 1“- und „Klasse 2“-Wälder über 140 Jahren gemäß der vierstufigen Einteilung im Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten. Aber auch die etwas jüngeren, naturnahen Klasse-3-Wälder sollten für die Zukunft überwiegend stehen gelassen werden, denn es mangelt sehr an Altbäumen, die für die Artenvielfalt von zentraler Bedeutung sind. Diese drei Klassen machen im Nürnberger Reichswald zusammen etwa 13 % aus, die übrigen 87 % sind nadelholzbetonte Klasse-4-Wälder.
  • Mindestens 10 % der öffentlichen Wälder müssen komplett aus der Nutzung genommen werden.
    Dies muss endlich auch für den Nürnberger Reichswald gelten! Dies beträfe dort knapp 2.500 Hektar. Das bayerische Waldgesetz sieht hierfür die Ausweisung von sogenannten Naturwaldreservaten vor, in denen die natürliche Waldentwicklung ohne jegliche forstliche Nutzung in Richtung Urwald stattfinden kann. Geeignete ökologisch hochwertige Gebiete wären z.B. der Höhenzug des Schmausenbucks, die Kornberge bei Worzeldorf, der Erlenbruchwald zwischen Fischbach und Zabo oder der Alteichenbestand Ziegellach bei Ziegelstein. In naturschutzfachlich besonders hochwertigen Wäldern wie z.B. im Steigerwald kann dieses Ziel auch durch großflächige Ausweisung als Nationalpark gemäß Naturschutzgesetz erreicht werden.

„Eines zeigen alle wissenschaftlichen Studien und es leuchtet mit gesundem Menschenverstand ohnehin ein: Die Natur kann es am besten! Selbst bei noch so schonender Forstwirtschaft erreicht man nie jene fantastische Artenvielfalt und Fülle des Lebens und nie jene Ästhetik, wie sie unberührte, wilde Wälder bieten.“

Oliver Schneider, Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsplanung und 2. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberg