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Projektbericht: Natur im Wandel der Jahreszeiten

Auf vier Ausflügen in vier verschiedenen Jahreszeiten entdecken Schülerinnen und Schüler der Thusneldaschule ihren „Wald um die Ecke“, den Wald am Schmausenbuck. Nach einem zusätzlichen Besuch der Regenwaldausstellung im Kinder&Jugendmuseum Nürnberg hatten sie genügend Stoff zusammen für eine große Präsentation.

Wie so oft sind viele Kinder der 3. Klasse, die vor mir sitzt, zum ersten Mal in diesem Wald, der von ihrem Wohnort und ihrer Schule aus gesehen eigentlich gleich um die Ecke liegt. Und wie immer brauchte es nicht viel, um sie, die noch nie hier waren, für diesen Ort zu begeistern. Gerade diejenigen, die anfangs noch trödelten und wenig Lust zeigten, so viel zu laufen, hatten am Ende die meiste Wegstrecke zurückgelegt: Abhänge rauf und runter, über Baumstämme drüber, geduckt durch's Unterholz und gemeinsam lange, schwere Baumstämme geschleppt – überall gab es so viel zu entdecken!

Das viele Laufen und die Anstrengung hatten sie dabei glatt vergessen. Ab dem zweiten Treffen hatten einige Kinder kleine Schaufeln und Arbeitshandschuhe dabei. „Damit können wir besser arbeiten, mit den alten Baumstämmen und so, und nach Insekten graben“, erklärten sie mir eifrig. Am Ende jedes Waldbesuchs schrieben die Kinder ein paar Zeilen darüber, was sie heute erlebt hatten. Die Seitentaschen der Rucksäcke waren vollgestopft mit Blättern, Früchten, Stöcken, Rindenstücken, Moos und Farnwedeln. Schließlich wollten die Kinder gutes Anschauungsmaterial für ihre Präsentation mitnehmen.

Im Rahmen des Projekts sollen die Kinder die Natur positiv erleben, heißt es in der Projektbeschreibung auf der Homepage des BN Nürnberg. Zugleich, so steht da weiter, sollen sie zu Biodiversitätsforschern ausgebildet werden. Ob das in dem Projekt gelungen ist, erzählen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Kinder am besten selbst. (Klicken Sie dazu bitte auf die Bilder, dann öffnet sich eine Bildergalerie mit den Zitaten.)

„Wir haben viel gefunden, aber uns fehlen leider immer noch die Nasenzwicker und die Nadeln der Kiefer.“
„Das Moos kann trocken und feucht sein. Die Fichte ist spitz, Rinde kann man brechen und Efeu kann man zum Waschen und zu Medizin benutzen. Die Buche hat an den Blättern einzelne dünne Härchen.“
„Wir haben Nüsse versteckt und geknackt. Wir haben gelernt, dass der Igel Winterschlaf hält, deswegen sollte man ihn in Ruhe lassen, wenn man ihn sieht.“
„Die Eichhörnchen machen Winterruhe, kein Winterschlaf. Weil wenn das Eichhörnchen Winterschlaf machen würde, würde es nichts bemerken, und schläft weiter und weiter, und der Marder kommt und schwubsdiwups ist das Eichhörnchen tot.“ „Wenn man das Eichhörnchen aufweckt, springt es aus dem anderen Ausgang seines Kobels und rennt davon, weil es denkt, der Marder ist da.“
„Wir durften auf einen hohen Turm. Von dort aus hat man ganz Nürnberg gesehen, auch unsere Schule, den Businesstower.“
„Wir haben Sachen gesammelt und eine Waldausstellung gemacht. Dafür haben wir verschiedene Gegenstände geordnet. Und dann haben wir das Waldhaus wieder aufgebaut. Wir haben auch einen Mistkäfer beobachtet.“

Nach dem Besuch in der Regenwaldausstellung des Kindermuseums trafen wir uns im Klassenzimmer wieder, um die Präsentation vorzubereiten. Es gab einen kurzen Vortrag zu Beginn und vier verschiedene Mitmach- und Lernstationen mit Plakaten und Anschauungsmaterial aus dem Wald und vom Kindermuseum. 

Am Tag der Präsentation waren wir Erwachsene kaum mehr als Zuschauer am Rande. Die Kinder managten die beiden Präsentationsrunden für zwei Parallelklassen fast komplett alleine. „Pssst! Leise!“, mahnte ein Schüler der Vortragsgruppe die Besucherklasse, „wir wollen anfangen!“ Und dann geht´s los: „Hallo, liebe 3a! Heute wollen wir euch über unsere vier Waldbesuche und dem Besuch im Kindermuseum erzählen!“

„Und nun laden wir euch zu unseren vier Stationen ein.“
Station Bodenleben: „Die Blätter fallen runter. Sie zerbröseln zu Skeletten.“
„Und dann kommen viele Tiere und essen die Blätter. Die Blätter werden zu Erde. Dann kommen die Nährstoffe zum Baum.“
Station Waldbäume: „Und kann mir jetzt bitte jemand sagen, was zur Kiefer gehört? Aber ihr müsst euch melden!“
Nach jeder Präsentationsrunde durfte die Besucherklasse rückmelden, was ihnen am besten gefallen hat. Klar mit vorne lag die Station Bodenleben. „Weil man dort in der Erde nach den kleinen Tieren suchen konnte.“

Nicht nur von den Schülerinnen und Schülern aus der Nachbarklasse gab es Applaus. Die Klassenlehrerin, Dagmar Behrends vom Kindermuseum und ich waren uns einig: Die Kinder hatten ihre Biodiversitätsforscherurkunde wirklich verdient!

Als ich mich am Ende des Projekts auf dem Gang vor den Klassenzimmern noch von der Lehrerin verabschiedete, kam ein Schüler aus einer der beiden Besucherklassen angelaufen und meinte: „Frau H., das war ein wirklich tolles Projekt! So was würde ich auch gerne mal machen!“

Diesen Wunsch würden wir gerne erfüllen. Um das spannende, erlebnis- und lehrreiche Projekt „Natur im Wandel der Jahreszeiten“ durchführen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Unterstützen Sie uns dabei, auch anderen Klassen die Teilnahme zu ermöglichen!

Autorin: Sabine Ratzel