MenuKreisgruppe Nürnberg StadtBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Pressemitteilung 16/2005

Gentechnikfreie Zone im Knoblauchsland!

Nachdem die Welthandelsorganisation WTO 2004 das Freisetzen von  gentechnisch veränderten Organismen (GVO)  in Europa gegen den Willen der EU durchgesetzt hat, entstehen nun zahlreiche, so genannte „Gentechnikfreie Regionen“.Allein in Bayern haben sich  ca. 20 Gebiete mit gentechnikfreier Selbstverpflichtungserklärung etabliert.Der Arbeitskreis Gentechnik des Bund Naturschutz Nürnberg schildert daher eine Fläche des Ökolandwirtes Günter Sippel im Knoblauchsland als  „Gentechnikfreie Zone“ aus, um auf drohende Gefahren durch Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen  aufmerksam zu machen. Denn in Mittelfranken wurde der erste Anbau von gentechnisch verändertem Mais schon versucht.  Der BN möchte deshalb mit einer Aktion „Gentechnikfreie Region“ im Knoblauchsland ein Zeichen setzen.

Werden die Befürchtungen von Landwirten, Verbrauchern, Naturschutz-verbänden und Imkern nun auch für Mittelfranken wahr, dass sich gentechnisch veränderte Pflanzen unkontrolliert in der Kulturlandschaft verbreiten? In einer Stellungnahme des Zeidlervereins Nürnberg und Umgebung wird darauf hingewiesen, dass insbesondere Honigbienen durch Bestäubung, auf die 80% aller Pflanzensorten zur Fortpflanzung angewiesen sind, zum unkontrollierten Ausbreiten gentechnisch veränderter Pollen über weite Strecken beitragen. Eine Koexistenz von GVO und anderen Sorten ist daher nicht möglich. Die Landwirte und Imker werden daher in ihrer Existenzgrundlage bedroht, wenn sie nicht mehr für Gentechnikfreiheit garantieren können. Naturschützer warnen vor möglichem Artensterben. Verbraucherorganisationen weisen außerdem auf gesundheitliche Risiken hin.  Trotz gesetzlichen Verbots gelangten Nahrungsmittel mit Genen für Antibiotikaresistenz in den Verkehr.  Der Verzehr könnte dazu führen, dass Antibiotika beim Menschen nicht mehr wirken. Nach Auffassung von Andreas Bauer vom Umweltinstitut München haben Antibiotikaresistenzgene nichts in der Nahrung verloren.

Auf diese Problematik will der Arbeitskreis Gentechnik mit der Aktion aufmerksam machen. Der Arbeitskreis verbindet damit die Absicht, dass auch andere Landwirte über eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung diesem Weg folgen und eine  „Gentechnikfreie Region Knoblauchsland“ auf den Weg gebracht werden kann.