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Pressemitteilung 6/2007

Gefährdete Falter

Bund Naturschutz Nürnberg ruft zu „Abenteuer Faltertage“ auf. Schmetterlinge im Garten und in der Natur beobachten!

Dramatisch verschwinden unsere heimischen Tagfalter aus der Natur. Fast 2/3 der 190 einheimischen Arten sind gefährdet. Daher hat der Bund für Umwelt und Naturschutz sich diese farbenprächtigen und auffälligen Insekten zum Ziel genommen. Jeder Naturfreund ist aufgerufen, Falter in seinem Garten oder auf Spaziergängen zu erfassen. Für ganz Deutschland soll so eine aktuelle Bestandsaufnahme verbreiteter Tagfalter entstehen.

Denn auch Nürnberg hat in Sachen Tagfalter einiges zu bieten. Auf den Feuchtwiesen bei Ziegelstein kommen z.B. die europaweit vom Aussterben bedrohten Ameisen-Bläulinge vor. Die Raupen dieser Schmetterlinge leben nur auf Wiesenknopf, einer Blume der Feuchtwiesen. Daher hat der Bund Naturschutz hier in einer Auftaktaktion am bundesweiten „Faltertag“ mit Kescher und Lupe die Falterfauna untersucht.

„Was ist das für ein Schmetterling,“ ruft Clara vom Scheidt (12 Jahre). Viola Gburek, Diplom-Biologin beim Bund Naturschutz, zückt das Bestimmungsbuch und erklärt die Merkmale des Ochsenauges (Maniola jurtina). Der verbreitete Wiesenschmetterling hat nämlich markante Augenflecke auf den Flügeln.

Immerhin sechs Tagfalter konnten die Aktiven bei stürmischem und regnerischem Wetter entdecken. Selbst der seltene Schwalbenschwanz (Papillio machaon) war dabei. Auch wenn nicht gerade Falterwetter herrschte, zeigt die Ausbeute doch, dass es sich hier um eine Nürnberger Traumlandschaft für Schmetterlinge handelt. Blumenbunte Feucht- und Trockenwiesen wechseln sich mit Hecken und naturnahen Wäldern ab. Dabei kommt keiner der gefundenen Falter häufig in Gärten vor. Auch die Raupen der beiden Weißlingsarten, Tintenfleckweißling und Grünaderweißling, leben ausschließlich an Wildpflanzen. „Hier lohnt sich immer ein genauer Blick,“ erklärt Wolfgang Dötsch vom Bund Naturschutz. „Es gibt in Nürnberg sieben verschiedene Weißlinge. Selbst der einst gefürchtete Große Kohlweißling ist deutlich zurückgegangen.“

Neben gefundenen Arten sind rund um Nürnberg übrigens noch ca. 60 andere Tagfalter verbreitet. Viele davon sind extrem selten oder nur an ganz wenigen Stellen zu finden. Auch Tagfalter, die in Hecken oder Baumkronen leben, fallen kaum auf.

Etwa zwanzig Arten sind jedoch häufig und auch für den Laien gut erkennbar. Wer diesen und anderen Falterschönheiten nachspüren will, ist herzlich eingeladen.

Gerne schickt der BN Interessierten das kostenlose Faltblatt mit Zählbogen und Bestimmungshilfe zu. Außerdem erhält man vom Naturschutzverband die Broschüre „Schmetterlinge schützen“ und natürlich telefonische Beratung bei Fachfragen. Wenden Sie sich einfach an den Bund Naturschutz Nürnberg, Endterstraße 14, 90459 Nürnberg, Tel. 0911/457606, E-Mail: info@bund-naturschutz-nbg.de

Natürlich kann man seine Beobachtungen auch über www.bund.net per Internet eingeben.

Besonders aktive Falterfreunde können auch wertvolle Preise gewinnen. Wir würden uns über eine breite Resonanz sehr freuen.