Merianin 2018+

Projekt der Merianschule

Zum 50-jährigen Schuljubiläum der Merianschule beschäftigten sich unsere Schüler klassenübergreifend intensiv mit Werk und Lebenslauf unserer Namenspatronin Maria Sibylla Merian. Die Größeren besuchten in Nürnberg den „Meriangarten“ an der Kaiserburg und bestaunten das ehemalige Wohnhaus der „Merianin“. Besonders beeindruckten sie die detailgetreuen Zeichnungen von Raupen, Schmetterlingen und Blumen, die die Künstlerin in ihrer Nürnberger Zeit bei Naturstudien anlegte.

Beim Besuch des Merianbeets am Heilkräutergarten am Hallertor, das bereits im Frühling 2017 von Merianschülern gemeinsam mit dem BUND Naturschutz, dem Ehepaar Lölhöffel und SÖR angelegt worden war, entstand bei den Schülern und Lehrern der Wunsch, den eigenen Schulgarten noch insekten- und schmetterlingsfreundlicher zu gestalten.

So wurde im Rahmen eines Projekttags im April ein Schmetterlings- bzw. Merianbeet mit den unterschiedlichsten Kräutern und Nektarpflanzen angelegt, die eine gesunde Entwicklung der Schmetterlinge positiv unterstützen können. Tatkräftige und finanzielle Unterstützung erhielten wir hierbei von der Firma Novartis. Mit Broschüren und Literatur erarbeiteten wir zudem, welche Schmetterlingsarten und Falter in unserer Region heimisch sind.

Parallel befassten sich unsere Erstklässer ganzheitlich mit dem Thema „Metamorphose: von der Raupe zum Schmetterling“. Spielerisch wurde mit Bildern und Gebärden aus dem Buch der „Unterstützten Kommunikation“: „Die Raupe Nimmersatt“ die Entwicklung einer Raupe zum Schmetterling erarbeitet und das Lied „Die Raupe Nimmersatt“ gesungen. In Arbeitsblättern wurden Bilder zu den Entwicklungsstadien eingeklebt. Im Kunstunterricht gestalteten die Schüler passend hierzu aus den unterschiedlichsten Materialien farbenfrohe Raupen und Schmetterlinge. Im Schulgarten säten sie eine Schmetterlingswiese aus. Erfreulicherweise ergab sich Anfang Juni die Gelegenheit, an einem umweltpädagogischen Angebot bei Herrn Mümmler teilzunehmen. Er kam mit echten Eiern und Raupen eines Distelfalters und Anschauungsmodellen in den Unterricht. Die Raupen blieben in einem Behältnis mit Nahrungsbrei im Klassenzimmer. Dadurch konnten die Schüler über mehrere Tage in ihrem Klassenzimmer „live“ die Entwicklung der Raupen bis zum fertigen Distelfalter verfolgen. Durch die warmen Temperaturen schlüpften die Falter sogar ein paar Tage früher als erwartet. Selbstverständlich wurden diese Falter abschließend im Schulgarten in die Freiheit entlassen.

Die Begeisterung der Merianschüler über diese Projekte zeigte sich auch noch Wochen später. Bei Ausflügen und Waldspaziergängen schauten sie sich intensiv wie „Detektive“ in ihrer Umgebung um und hielten eifrig Ausschau nach diesen faszinierenden Wesen.

Text: Silke Probst (projektleitende Lehrerin an der Merianschule)

Insekten- und Schmetterlingsgarten
Schulprojekt
Merianbeet

Zum Jubiläumsjahr von Maria Sibylla Merian hat die Kreisgruppe zusammen mit der Merianschule im Jahr 2017 im Heilkräutergarten am Hallertor ein Schmetterlings- und Insektenbeet angelegt. Neben Nektarpflanzen für die Schmetterlinge wurde vor allem an Fresspflanzen für Raupen gedacht. Während die erwachsenen Tiere meist nicht wählerisch bei der Nahrungssuche sind, haben sich Raupen oft stark spezialisiert. Würde man zum Beispiel die meist unerwünschten Brennnesseln ausrotten, dann hätten es solch schöne Falter wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs sehr schwer. Denn ihre Raupen fressen fast ausschließlich an Brennnesseln.

Kinder der Merianschule bei der Arbeit
Merian-Beet
Merian-Beet

Bei der Einweihungsfeier des Merianbeets entstand eine wunderbare Zusammenarbeit des BN mit Margot Lölhöffel, die sich schon lange auf den Spuren von Maria Sybilla Merian für unsere Schmetterlinge einsetzt und mehr Lebensraum für diese einfordert. Ihr Projekt Merianin 2018+ begann zu wachsen.

Die Stadt Nürnberg konnte gewonnen werden, die mit dem „InsektenReich“ im Volkspark Marienberg schon eine vorbildliche Fläche geschaffen hatte und bei weiteren Anlagen auch immer die Bedürfnisse von Schmetterlingen im Auge behalten will.

Die Umweltstation und das Kinder- und Jugendmuseum bieten Projekte für Schulklassen an.

C-Falter (Polygonia c-album)
Goldene Acht (Colias hyale)
Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)
Kleiner Perlmuttfalter (Issoria lathonia)
Landkärtchen (Araschnia levana)
Rote Mauerbiene (Osmia rufa)

Und jetzt sind Sie gefragt

Machen Sie mit und schaffen auch Sie Lebensraum für unsere Schmetterlinge und für andere Insekten. Die Tiere sind nicht nur schön, sondern erfüllen auch eine wichtige Funktion, wie das Bestäuben von Pflanzen.

Sie haben nur einen kleinen Balkon oder ein Fensterbrett?
Macht nichts. Auch ein paar Kräutertöpfe bieten schon Nahrung.

Schild Merianin-Beet

Sie haben einen kleinen (Vor-)Garten?
Das ist natürlich noch besser. Schmeißen Sie die Steine raus und gönnen Sie sich und unseren Insekten Blühpflanzen. Setzen Sie zwischen Ihre schönen gezüchteten Sträucher mit den gefüllten Blüten einheimische Pflanzen. Einheimische Pflanzen machen nicht viel Arbeit, weil sie an die Gegebenheiten bei uns angepasst sind. Außerdem sind sie für unsere Schmetterlinge oft besser verwertbar. In unserer Geschäftsstelle können auch Samentütchen erworben werden.

Ihre Nachbarn finden das „Unkraut“ in Ihrem Garten unordentlich?
Erklären Sie Ihnen, dass solche Blühbeete sehr wichtig für die Insekten sind. Vielleicht haben ja auch Ihre Nachbarn schon einmal etwas vom Insektensterben gehört. Frau Lölhöffel hat auch eigens für verständnislose Nachbarn ein Schild entwerfen lassen, das Sie in Ihr Beet stecken können und das anzeigt: Dieses Beet ist etwas ganz Besonderes. Es ist ein Merianin-Beet und für unsere Schmetterlinge angelegt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Broschüre Merianin 2018+: Neuer Lebensraum für Insekten.

Ansprechpartnerin

Margot Lölhöffel
margot[at]odn.de oder loelhoeffel[at]odn.de