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Ortsgruppe Knoblauchsland

Kontakt

Dirk Richter
Tel.: 0151/23 58 64 90

Elfriede Kolb-Eisner
Tel.: 0911/31 49 89

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Treffen

jeden zweiten Mittwoch im Monat, 19:00 Uhr, Kulturladen Schloss Almoshof

Ortsgruppengebiet

  • westlich Erlanger Straße
  • nördlich Ringbahn
  • nördlich Brettergartenstraße

Unsere Ziele

  • Erhalt der Freiflächen und der Landwirtschaft
  • Ausweitung des ökologischen Landbaus
  • Renaturierung der Bäche und Gräben im Knoblauchsland
  • kritische Beobachtung des Flughafenausbaus und der Planung der Nordanbindung 
  • Mitsprache bei Bebauungsplänen und der Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten
  • Biotoppflege

Warum ist unser Knoblauchsland so wichtig?

Unser Knoblauchsland ist als Gemüseanbaulandschaft vor den Toren einer Großstadt fast einzigartig. 

Es ist eine intensive und hoch genutzte Landschaft. Wir glauben oft, dass diese Intensität mit Düngung und Bewässerung eine artenreiche Natur ausschließt. Und zu gerne wird das von den Gegnern des Naturschutzes in vielfacher Form überall vermittelt. So wird ja auch unser Reichswald zum artenarmen Steckerlaswald degradiert, der bald im Klimastress abstirbt und den man daher auch nutzbringend bebauen kann.  

Ähnliches erleben wir beim Knoblauchsland. Hier versucht man uns vorzugaukeln, dass eine Bebauung mit Parks und Gärten doch viel umweltschonender ist als eine „monotone“ Intensivlandwirtschaft, die auch noch das Grundwasser gefährdet. Und ist diese grüne Stadt nicht viel artenreicher? Schließlich gibt es da doch viel mehr Blumen und Büsche! 

Aber es ist einIrrglaube, dass diese scheinbare artenreiche Stadt etwas mit Artenschutz zu tun hat. Wir können diese Stadt mit Fassadenbegrünungen, Dachbegrünungen und Insektenblühstreifen garnieren wie wir wollen. Sie ist für den Artenschutz verloren. 

Wir mögen im Knoblauchsland immer noch eine Mehrzahl konventioneller Landwirte haben. Das Knoblauchsland ist eine der Landschaften Nordbayerns mit dem größten Artenschutzwert und mit der größten Artenvielfalt. Das ist auf den ersten Blick schwer vermittelbar, denn blumenbunte Magerrasen und Orchideenwiesen gibt es hier tatsächlich kaum. 

Wir haben auch vollkommen falsche Vorstellungen, was Tiere unserer Kulturlandschaft tatsächlich brauchen. Viele brauchen nämlich gar keine quietschbunten Blühflächen. Sie brauchen etwas ganz was anderes. Was brauchen sie denn? Sie brauchen etwas, was wir uns schwer vorstellen können: Sie brauchen Strukturen. 

Und hier hat das Knoblauchsland tatsächlich etwas zu bieten. Kleine Felder, die regelmäßig abwechseln und auf denen man das ganze Jahr Nahrung und vor allem Deckung findet. 

Das ist der Grund für die einzigartige Tierwelt des Knoblauchslandes. 

Wir haben hier die drittgrößte Kiebitzpopulation Bayerns und die größte, die sich nicht in einem Primärlebensraum befindet. So bezeichnen wir das, was wir in unseren Öko-Utopien für den Kiebitz für passend halten – große artenreiche Feuchtwiesen und Sumpfgebiete. Nein, das Knoblauchsland mit seinen bewässerten Intensiväckern ist für den Kiebitz eine Traumlandschaft.  

Etwa 150 Brutpaare schätzt das Bodenbrütergutachten der Stadt Nürnberg. Und die Menschen sind immer in dem gleichen Irrglauben: Es gibt doch noch viele Kiebitze! Dann können wir noch ein paar Flächen bebauen. Die Tiere vergrämen wir und die ziehen einfach um. 

Wir haben hier eines der größten Rebhuhnvorkommen Nordbayerns, eine Tierart, die nach dem zweiten Weltkrieg weitgehend verschwunden ist und früher noch bis in die Hochlagen des Frankenjuras verbreitet war. Eine Art, die auch gerne trockene Magerrasen annimmt, die wohl vor allem wegen der Überdüngung der Landschaft verschwunden sind. Verschwunden, weil die wärmebedürftigen Küken in meterhohen Wiesen und Äckern verlorengehen und erfrieren. Auch das Rebhuhn findet hier genug Strukturen, andige Böden, Hecken und immer viel, viel Deckung. Das städtische Bodenbrütergutachten zählt aber nur noch 37 Brutpaare. Das ist extrem wenig. 

Man könnte so weitererzählen, was es hier noch gibt: Feldlerchen (ca. 250 Brutpaare), Schafstelzen, mittlerweile auch Haubenlerchen. Allen ist gemein, dass sie dieses Knoblauchsland in seiner heutigen Form und Nutzung brauchen. Sie brauchen keine Stadt. Die ist etwas für Amseln, Kohlmeisen und andere Allerweltsvögel. Alle seltenen Vögel des Knoblauchslandes können mit einer Stadt nichts anfangen. Kommt die Stadt, müssen sie gehen. 

Wir kennen alle heute das Insektensterben. Innerhalb von 25 bis 30 Jahren sind 80 bis 90% der Insektenbiomasse verschwunden. Tatsächlich sind wir auch in einem Vogelsterben. Denn mit den Insekten sind in dieser Zeit auch zwei Drittel der Feldvögel verschwunden. Wer die Einzigartigkeit des Knoblauchlandes erfassen will, muss im Frühjahr in andere Teile der mittelfränkischen Landschaft gehen. Viele Wanderer genießen hier die traumhafte Ruhe. Tatsächlich ist es ja die Ruhe eines stummen Frühlings, eines silent spring, wie ihn Rachel Carson in ihrem legendären Buch beschrieben hat. Doch ein Frühling ist nicht stumm. Er ist lautstark und lebendig wie in unserem Knoblauchsland. Seien wir auch lautstark. 

Lassen Sie mich noch auf andere Tiere eingehen als Vögel. Seit Albrecht Dürer ist eines der Nürnberger Wappentiere der Feldhase. Nürnberg und insbesondere das Knoblauchsland ist Hasenland. Auch hier sind wir wieder in dem typischen Irrglauben, dass Feldhasen doch häufig und alltäglich sind. Falsch, Feldhasen gelten in Teilen des Bundesgebiets bereits als stark gefährdet und fehlen z.T. schon in weiten Bereichen. Hier haben die Feldhasen noch Deckung und eine reiche Auswahl an Pflanzen. Denn der Hase frisst nicht wie ein Rasenmäher, er sucht sich genau einzelne Pflanzen heraus. Man spricht von der so genannten Hasenapotheke. Auch Feldhasen brauchen diesen Garten Knoblauchsland. 

Das Knoblauchsland ist ein Garten dreier Städte. Es ist ein Paradiesgarten für Mensch und Natur. Lassen Sie uns gemeinsam diesen Paradiesgarten erhalten! 

Geplantes Bebauungsgebiet Wetzendorfer Landgraben